Submucosa umschriebene bis haselnussgrosse, grauliche, ziemlich fest, anzufühlende Stellen welche
auf den ersten Blick für medulläre Krebse angesehen werden konnten. Mucosa bleich, an der hinteren
Wand der Cardiapartie in der Grösse einer Kinderhand siebförmig durchbrochen. Unter ihr findet sich
Mer kein eitriges Exsudat, sondern die Muscularis liegt frei. Diese ist theils unversehrt, theils in ihrem
interfibrillären Bindegewebe sulzig infiltriert. Serosa und Subserosa theilweise getrübt und infiltriert.
An den dicksten Stellen des Magens lassen sich die einzelnen Häute beim Durchschnitt nicht unterscheiden.
Wir kommen jetzt zu der schon erwähnten Arbeit von Raynaud, aus Avelcher 9 Fälle
hierher gehören. Diese sind zwar zum Theil nichts mehr als kurze und ziemlich werthlose
Notizen, doch führe ich sie der Vollständigkeit wegen hier an, zumal die Originalabhandlung
nicht jedem zugänglich sein dürfte, und die Referate in Schmidts Jahrb. *) wie in Canstatts
Jahresber. 2 ) besonders in Bezug auf Casuistik sehr unvollständig sind. Was die Auswahl der
Fälle anlangt, so muss ich an das oben Gesagte erinnern.
V. (Cornil). Ein 40jähr, Mann, Säufer, seit 3 Monaten unwohl, aber erst seit 14 Tagen
arbeitsunfähig, kam nachdem er vor 2 Tagen an Erbrechen gelitten hatte, unter folgenden Erscheinungen
ins Krankenhaus: heftige Convulsionen und Delirien, Pupillen erweitert und nicht reagierend, reichliche
Durchfälle, Bauch aufgetrieben, scheinbar nicht druckempfindlich. Puls klein und unregelmässig. Tod
an demselben Tage. — Section (24 h. p. m.): Viscerales Peritonaeum mit einer Lage dicken Eiters
belegt, Magen mit dem oment. maj. durch zahlreiche Adhaesionen verwachsen. Beträchtliche Verdickung
der Magenwandung durch eine eitrige Infiltration des submucösen Zellgewebes, welches der alleinige
Sitz des Eiters zu sein scheint. Die Verdickung ist am Pylorus am bedeutendsten und nimmt von da
gegen die Cardia hin ab. Die Schleimhaut stellenweisse inj icier t, an 2 Stellen ulceriert. In der Nähe
der Cardia ein Substanzverlust, in dessen Umgebung keine Entzündung.
VI. (Lasegue.) Ein 44jähr. schlecht genährter Fuhrmann, welcher schon häufiger Blut
erbrochen hatte, litt an heftigen, später blutigen und von Kolikanfällen und Tenesmen begleiteten
Diarrhöen, wobei die linke Hüftgegend sehr druckempfindlich Avar. Nach 8 Tagen bis auf leichte
Schmerzen genesen, erbrach er dann mehrere Tage grünlich - gelbe Massen, die Leibsehmerzen kamen
■Wieder, ausserdem kleiner beschleunigter Puls, Diarrhöen, Uebelkeit. Die Erscheinungen steigerten sich,
Delirien traten hinzu, Pat. collabierte immer mehr und starb nach 8 Tagen. — Section (c. 36 h. p. m.):
Alle Organe des Unterleibs mit eitriger Masse bedeckt. Im submucösen Bindegewebe des Darms
einige BlutinfÜtrate. Magen: Schleimhaut weich, verdickt, im Fundus injiciert. Serosa Uj, Muscularis
fll 2 2 Mmtr. dick. Die Submucosa erreicht durch eine Infiltration von Eiter in ihre Maschen eine
Dicke von 5 6 Mmtr, sodass die Magenwand in toto c, 1 Ctmtr. dick ist. An der grossen Curvatur
befindet sich eine kastaniengrosse weiche Anschwellung. (?)
VII und VIII lassen sich zusammenfassen. Es sind kurze Sectionsbefunde von Andral
Und Cruveilhier, ohne jede klinische Notiz. Jeder von beiden beobachtete einen Fall,
in welchem die Magenschleimhaut in ihrer ganzen Ausdehnung durch eine dicke das submucöse
Zellgewebe infiltrierende Eiterlage aufgehoben war. Die Muscularis war intact. Cruveilhier
bemerkt ausdrücklich: „zufällig und weil die Magenwandungen aussergewöhnlich dick erschienen,
wurden Einschnitte gemacht.“ Es müssen also in vivo keine Symptome vorhanden gewesen
sein, welche den Verdacht auf irgend eine Affection des Magens hätte erwecken können.
IX (Bamberger 3 ). Ein junger robuster Soldat erkrankte unter den Erscheinungen von
Erbrechen, heftigen Magensehmerzen, lebhaftem Fieber und endlich Delirien. Er starb nach wenigen
') Schmidts Jahrb. 1862. Bd. 113. p. 41.
2 ) Canstatt. Jahresber. 1861. p. 281.
3 ) cit. in Henoch. Kl. d. Unterleibskrankh. II. p. 196.
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