Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Volkmann’schen Sammlung n ), in welcher er die Methode, wie er sie an einer doppel 
seitigen Necrotomie der Tibia an beiden Seiten zugleich ausgeführt, beschreibt und 
in einfacher Weise ihre Vorzüge hervorhebt. 
Es erschien alsdann eine ausserordentlich enthusiastische Beschreibung der 
Esmarch’schen künstlichen Blutleere von Dr. Leisrink 12 ) und eine Zusammenstellung 
der grossen Vortheile, die durch dieselbe dem Patienten wie dem Operateur erwachsen- 
Er theilte später 13 ) einen Fall von Unterbindung der Arteria tibialis antica wegen 
Aneurysma spurium mit, die er unter Anwendung des Verfahrens von Esmarch aus 
geführt hatte an einer Stelle, wo die Unterbindung ohne dasselbe fast an die Unmög 
lichkeit gegrenzt hätte, 
Neujahr 1874 widmete Dr. B. Brandis 14 ) allen Collegen eine Schrift, in welcher 
er Fälle anführt, die die Vorzüge der künstlichen Blutleere bei Operationen ganz 
evident darthun, so z. B, eine partielle Resection des Handgelenks, die Entfernung 
einer abgebroohenen Nähnadel aus der Tiefe der Volarfläche der Hand, und eine 
blutige Reposition eines luxirten Zeigefingers. Er hebt ganz besonders die geringe 
Reaction, das geringe Fieber und die schnelle Heilung nach derartig vollführten 
Operationen hervor. 
V. Langenbeck 15 ) wendete die künstliche Blutleere in der von Esmarch ange 
gebenen Weise gleichfalls an. Er bemerkt, dass der Blutverlust bei Operationen an 
den Extremitäten durch diese Methode auf ein Minimum reducirt wird, oder dass, 
richtiger gesagt, die Operation durchaus „unblutig“ vollführt werden kann. Freilich 
hat er zweimal Lähmungen im Gebiete des Nervus medianus und ulnaris in Folge der 
Umschnürung des Oberarms mit dem Kautschukschlauch auftreten sehen und räth 
daher, bei Operationen am Arm sich nicht des elastischen Schlauches, sondern einer 
circulair angelegten elastischen Binde als Tourniquet zu bedienen, ein Verfahren, das 
jetzt auch meistens von Prof. Esmarch angewendet wird. 
Von den unzähligen Beschreibungen, Kritiken und Lobeserhebungen, die nicht 
nur in den wissenschaftlichen, sondern auch in den belletristischen Journalen und in 
den Zeitungen über Esmarchs künstliche Blutleere bei Operationen an den Extremi 
täten veröffentlicht sind, sodass gewiss jeder gebildete Laie in Deutschland dieselbe 
kennt, genügen mir diese wenigen Notizen, um zu zeigen, dass die künstliche Blutleere 
U ) Sammlung klinischer Vorträge von Eich. Volkmann Nr. 58: Chirurgie Nr. 19. Leipzig 1873. 
Ia ) Schmidt’s Medicin. Jahrb. Bd. 159, Heft 2. 
13 ) Deutsche Zeitschrift für Chirurgie 1873: Mitthl. aus der privaten und poliklinischen Praxis von 
Dr. Leisrink in Hamburg. 
11 ) Esmarchs grosse Erfindung der künstlichen Blutleere bei Operationen, erläutert durch einige bn 
Krankenhaus des evangelischen Krankenhausvereins für Aachen und Burtscheid gemachte Beobachtungen von 
Dr. B. Brandis in Aachen. 
Li ) Berliner klin. Wochenschrift 29. December 1873.
	        

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