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Versuche zu machen, die Methode zu verbessern und zu vereinfachen, bis es ihm denn
gelungen ist, derselben eine solche Vollkommenheit zu verleihen, dass nicht nur sein
a uch nächstes Ziel, den Kranken durch Blutersparung zu nützen, vollständig erreicht,
sondern auch dem Operateur die Arbeit in einer nie geahnten Weise erleichtert wurde.
Dass Prof. Esmarch die Einwicklung der Extremitäten bei Amputationen be
hufs Blutsparens seit einer langen Reihe von Jahren ausgeführt hat, geht aus folgender
Bemerkung Dr. Petersens 8 ) hervor: „Bei jeder Amputation kann man sehen, dass in
der amputirten Extremität sehr viel Blut enthalten ist, welches theilweise mechanisch
a usfliesst. Um von diesem sonst vollständig verloren gehenden Blute möglichst viel
dem Patienten zu erhalten, lässt Prof. Esmarch schon seit vielen Jahren vor jeder
Amputation die betreffende Extremität durch feste Einwicklung mit starken leinenen
Binden thunlichst anämisch machen.“
Im Anfang des Februar vorigen Jahres war es, als Prof. Esmarch zuerst bei
einem Panaritium necroticum pollicis die Blutzufuhr zu dem betreffenden Gliede mittelst
des Gummischlauchs abschnitt und mit grosser Leichtigkeit den abgestorbenen Knochen
entfernte. Von da an wurden immer grössere Theile der Gliedmassen vom Kreislauf
a usgeschlossen, nachdem sie zuvor durch Einwicklung von unten nach oben mit der
elastischen Binde blutleer gemacht waren.
Schon am 18. April 1873 schilderte Prof. Esmarch seine Erfindung den bei
dem 2ten Congress der deutschen Gesellschaft für Chirurgie 9 ) Anwesenden, hob die
Vortheile derselben hervor und empfahl allen Fachgenossen, dieselbe zu versuchen.
Im August desselben Jahres demonstrirte Esmarch seine Operationsmethode
der in Kiel tagenden Versammlung baltischer Aerzte an einer doppelseitigen Necrotomie
der Tibia.
Im Allgemeinen schien damit aber die Sache beendet zu sein, man hörte
Nichts davon, bis Prof. Billroth 10 ), der die Methode während des Sommersemesters
1873 in 14 Fällen geprüft hatte, in enthusiastischer Weise dieselbe als eine der her-
Vorragendston Erfindungen preist und der Beobachtungsgabe und Erfahrung Prof.
Esmarchs das- glänzendste Zeugniss ausstellt.
Dieser Schrift von Billroth folgte eine kurze Abhandlung Esmarchs in der
8 ) Berliner klinische Wochenschrift Nr. 17. 1872: Mittheilungen aus der chirurgischen Klinik zu Kiel
v on Dr. F. Petersen, I. Assistenten.
9 ) Berliner klinische Wochenschrift Nr. 32. 1873.
10 ) Wiener medicinische Wochenschrift 1873 Nr. 29, S. 686 u. f.: „Ich habe also auf Esmarch’s.
Empfehlung im Laufe des eben beendigten Semesters eine Anzahl von Operationen an den Extremitäten nach seiner
Methode ausgefilhrt, und wenn ich auch nie an der Richtigkeit von Esmarch’s Beobachtungen gezweifelt habe, so
habe ich mir doch nach seinem so äusserst bescheidenen, kurzen Vortrag über diesen Gegenstand, den Effekt der
Methode, nämlich die lokale Anämie, bei weitem nicht so vollständig, so erstaunlich, ja ich möchte sagen, so
e rschreckend vollständig vorgestellt, wie er in der That ist.“

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