zapfen der Carcimone der äussern Haut aus Plattenepithelien sich zusammensetzen,
die vom Darmkanal ausgehenden Krebse Cylinderzellen führen und die Nieren
krebse Zellen, welche den Epithelien der Harnkanälchen täuschend ähnlich sehen,
so hat die Annahme, dass das vorliegende Carcinom aus dem Gefässendothel
hervorgegangen ist, jedenfalls ihre Berechtigung. Und ich glaube, dass grade dies
ein Fall ist, in dem man den Fingerzeig, der durch das ganz charakteristische
Aussehen der Zellen gegeben wird, nicht ignoriren darf.
Denn thut man dies, will man streng nach der Waldeyer’schen Ansicht
auch für dieses Carcinom den epithelialen Ursprung festhalten, so wird man darauf
angewiesen, zur Beantwortung der Frage, wie denn im Sinus renalis, einem Orte,
der frei ist von epithelialen Gebilden, eine krebsige Degeneration auftreten kann, die
— zuerst von Thiersch ausgesprochene — Hypothese zu Hülfe zu nehmen, dass in
Folge anomaler Vorgänge bei der ersten Entwicklung später sich Epithelreste an
Stellen finden, wo sie eigentlich nicht Vorkommen sollten, und dass diese den Aus
gangspunkt für die Entwicklung eines Krebses abgeben können. Dann aber wird
wieder die Thatsache auffallend sein, dass die Zellen so ganz den Gefässendothe-
lien gleichen, und deshalb, meine ich, ist einfer Annahme, welche einerseits keine
Hypothese involvirt, andererseits alles einfach erklärt, der Vorzug zu geben.
Ich gerathe dadurch allerdings in Widerspruch mit der jetzt vorherrschenden
Ansicht von der epithelialen Entwickelung der Carcinome. Aber obwohl durch
zahlreiche Untersuchungen extirpirter Tumoren, die ich als Assistent der chirurgi
schen Klinik vorzunehmen hatte, ein Anhänger der Thiersch-Waldeyer’schen
Anschauung, glaube ich doch, dass erst durch völlige Sichtung des Materiales und
strenge Ausscheidung der nicht zugehörigen Fälle diese Lehre allgemeine Annahme
finden wird. Denn der vollständigen Anerkennung eines neuen Satzes, eines be
deutenden Fortschrittes auf irgend einem Gebiete steht immer am meisten die zu
grosse Verallgemeinerung entgegen, zu welcher namentlich die Anhänger eines
solchen geneigt sind. Erst durch die Einschränkung auf die richtigen Grenzen, wie
sie häufig nur nach langem Streite zu Stande kommt, vermag ein solcher Fort
schritt sich zur allgemeinen Geltung zu bringen.
Wie nun in der normalen Histologie durch His glücklich von den echten
Epithelien die falschen oder Pseud-Epithelien abgetrennt worden sind, so wird es
auch erlaubt sein, für die pathologischen epithelartigen Bildungen eine solche Aus
scheidung vorzunehmen und Geschwulstgattungen aufzustellen, welche in der Form
ihrer Elemente den echten epithelialen Geschwülsten ebenso ähnlich sehen, wie eben
die normalen Pseudoepithelien und Endothelien den normalen echten Epithelien.
Solche Endothelgewächse sind unzweifelhaft weit seltener, als die echten Epithelialen,
aber sie sind doch streng abzutrennen, um nicht Verwirrung hervorzurufen.
Der Nachweis, von welchem Theile die vorliegende Neubildung ausgegangen

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.