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sächlich in der Corticalis circumscripte Knoten eingesprengt, die isolirt von ein
ander weiter wuchern, bis sie confluiren, oder es ist ein einzelner Herd vorhanden,
von dem aus im weitern Verlaufe eine ausgebreitete Umwandlung der Nieren
substanz im Krebsgewebe zu Stande kommt. Bei recht diffuser und gleichmässiger
Einlagerung bleibt dabei die Form der Niere erhalten, und als Beweis der direkten
Umwandlung des Nierenparenchyms in die Neubildung ist gewöhnlich noch deutlich
zu erkennen, welcher Theil früher Marksubstanz war und welcher Corticalis.
Was letztem Punkt anbetrifft, so ist auch hiervon in unserm Falle keine
Andeutung vorhanden; es ist augenscheinlich, dass es sich hier nicht um eine Um
wandlung der Nierensubstanz handelt, sondern um eine Verdrängung und Compression
derselben, wie sie überall die in der Umgebung einer rasch wachsenden Neubildung
gelegenen Theile erfahren.
Dass die Grenze zwischen Carcinom und Niere eine wenig scharfe ist, ist
hierfür ohne Bedeutung; wie weiche Carcinome durchgehends diffus in die um
gebenden Weichtheile übergehen, so ist es auch hier der Fall, und man darf aus
diesem Umstande nicht schliessen auf eine direkte Betheiligung des Nierenparenchyms.
Volle Sicherheit über die Richtigkeit des Resultats der makroskopischen
Untersuchung giebt der mikroskopische Befund. Nachdem schon seit längerer Zeit
Waldeyer die Entwicklung der Nierencarcinome aus den Epithelien der Harn
kanälchen wahrscheinlich gemacht und neuerdings v. Per ewers eff*) dieselbe sicher
bewiesen, darf man annehmen, dass ein Carcinom, bei dem sich durchaus keine
Betheiligung der Nierenepithelien nachweisen lässt, auch nicht von der Niere aus
gegangen ist. So in dem vorliegenden Falle. Ich fand bei der Untersuchung der
Uebergangspartieen nur eine mehr oder minder ausgesprochene Atrophie der Harn
kanälchen, die Epithelien ohne Ausnahme körnig getrübt, zum Theil mit grösseren
und kleineren Fetttröpfchen gefüllt und stellenweise ganz im Zerfall begriffen. Dabei
war das interstitielle Bindegewebe vermehrt und mit Rundzellen infiltirt. Ob diese Ver
unehrung nur eine relative, durch Verödung und Ausfall vieler Harnkanälchen zu
Stande gekommene, oder eine wirkliche, nur durch Wucherung bedingte war, will
ich nicht entscheiden. Doch ist dies auch irrelevant, nachdem nachgewiesen, dass
eine Wucherung der Epithelien nicht Statt hatte sondern im Gegentheil eine Zer
störung derselben sich vorfand — ein Umstand, der die Entstehung des Carcinoms
von der Niere aus mit Sicherheit ausschliessen lässt.
Ich habe mich bemüht, aus der Literatur hierhergehörige Fälle zu sammeln,
doch ist es mir nicht gelungen, unter der ziemlich grossen Menge von Nieren-
carcinomen, die beschrieben worden sind, solche, denen ich einen unzweifelhaft
*) Virch. Arch. Bd. 59.

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