hinstreicht, statt am obern Ende derselben zu liegen, so wird es wohl richtiger
sein, für diese beiden Dislocationen ein und dasselbe prädisponirende Moment, die
Anordnung der in Frage kommenden Theile, anzunehmen. Und zwar ist diese
Annahme um so mehr erlaubt als die Insertion des mesocolon transversum an der
hintern Bauchwand im Verhältniss zu den Nieren keine ganz bestimmte zu sein
scheint. Wenigstens fand Herr Professor Heller, der die Freundlichkeit hatte, in
der letzten Zeit bei seinen Sectionen auf diesen Punkt zu achten, dass dasselbe
bald über der linken Niere, bald auf der obern Hälfte derselben, bald unterhalb
der Mitte sich ansetze. In diesem Falle aber wird der Ansatzpunkt wohl ganz
unter der linken Niere gelegen haben.
Wendet man sich nun zu der Betrachtung des Tumors selbst, so fällt auf
den Durchschnitt ein eigenthümliches Verhalten der Carcinommassen zu dem Reste
der Niere auf. Obwohl dieselben innerhalb der Nierenkapsel gelegen sind, so ist
doch trotz der kolossalen Entwicklung derselben ein Theil der Niere, der an
Grösse ungefähr zwei Dritteln ihres ursprünglichen Volumens gleichkommt, ganz
unbetheiligt.
Herrn Professor Heller verdanke ich die mündliche Mittheilung, dass Zen
ker schon seit längerer Zeit auf das Vorkommen einer besondern Species von
Nierencarcinomen, die er als paranephritische bezeichnet, aufmerksam gemacht hat.
Dieselben charakterisiren sich dadurch, dass sie dem äussern Habitus nach als
Nierencarcinom erscheinen, dass sie aber garnicht von der Niere selbst ausgegan
gen sind, sondern, in der nächsten Umgebung derselben, und zwar am Hilus, ent
standen, sofort in die Nierenkapsel eindringen, um nun innerhalb derselben weiter-
wuchernd erst secundär die Niere zu zerstören.
Ohne Zweifel ist der vorliegende Fall ein dahingehöriger.
Wie schon erwähnt, springt bei dem ersten Blick das auffallende Verhältniss
der Neubildung zu der Niere in die Augen. Einerseits ist ein unverhältnissmässig
grosser Theil der - Niere noch wohl erhalten, andererseits ist dieser Theil von der
abgerundeten Kuppe des Tumors von der Mitte her auseinandergedrängt und sitzt
demselben wie eine Haube auf. Das macht es schon von vornherein sehr wahr
scheinlich, dass die Substanz der Niere nicht der Ausgangspunkt gewesen. Es
muss doch bei der Entstehung von Carcinomen an irgend einer Körperstelle eine
Disposition der zunächst angrenzenden gleichartigen Theile für dieselbe neoplastische
Degeneration vorausgesetzt werden, und demgemäss müsste, wenn aus der Niere
selbst das Carcinom hervorgegangen wäre, bei der so kolossalen Entwicklung der
Neubildung der letzte Rest der Niere längst in derselben untergegangen sein.
Die Erfahrung zeigt auch, dass bei den wirklichen Medullarcarcinomen der
Niere dieselbe immer in ihrer Totalität betheiligt ist. Sie treten in zweifacher
Form auf; entweder man findet in dem Parenchym der Niere, und zwar haupt-

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