Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Körnchenhaufen umgewandelt. In den obern derbem Partieen ist ganz dasselbe 
Verhalten, nur sind die Zellen in ein ansgebildetes bindegewebiges Stroma ein 
gelagert. 
Die metastatischen Knoten in den andern Organen sind aus ganz denselben 
Elementen zusammengesetzt. Auch die bei der Leber erwähnten verfärbten Stellen 
Weisen sich aus als Einlagerungen von Krebszellen; ein Zusammenhang mit dem 
Gefässsystem, der dieselben als auf embolischem Wege entstanden charakterisirte, 
J st nicht nachzuweisen. 
Zunächst musste es überraschen, dass statt des vermutheten Carcinoms des 
Netzes ein solches, das von der linken Niere ausging, sich vorfand. Ich habe ab 
sichtlich vermieden, oben weiter einzugehen auf die Momente, welche die Diagnose 
»Carcinom des Netzes« veranlasst hatten, weil der Fall nicht so genau beobachtet 
lst > dass der Versuch, ihn für die Differentialdiagnose der Unterleibstumoren zu 
Verwerthen, mir gerechtfertigt erscheinen könnte; aber immerhin ist doch das Fac 
tum zu constatiren, dass ein die linke Niere betreffender Tumor in so grosser Aus 
dehnung frei vorlag. Der Regel nach bleiben die Nierengeschwülste von den Där- 
uien bedeckt; es werden aber Fälle beobachtet, in denen sie wegen enormer Ent 
wicklung dieselben nach beiden Seiten hin verdrängen und so die vordere Bauch- 
Wand unmittelbar berühren, und dann können sie, vor allem wenn sie in ihren 
früheren Stadien nicht zur Beobachtung gekommen, leicht zu diagnostischen Irrthü- 
niern Veranlassung geben. 
Viel constanter als die Ueberlagerung durch die Därme und zur Unterschei 
dung von Milzgeschwülsten besonders wichtig ist das Herablaufen des colon de 
scendens vor der Geschwulst. Die topographische Anordnung der Theile an der 
hinteren Bauchwand bedingt es, dass mit einer gewissen Regelmässigkeit Tumoren 
der linken Niere das absteigende Stück des Dickdarms auf ihrer vordem Fläche 
haben müssen. Denn da die Niere hinter dem colon descendens liegt, welches 
durch das Bauchfell unverschiebar angeheftet ist, so muss ein in der Niere ent 
stehendes Tumor dasselbe, ohne es nach der einen oder andern Seite zu ver 
schieben, grade nach vorne drängen. 
In unserm Falle aber konnte auch dieses Merkmal zur richtitren Erkenntniss 
der Sachlage nicht beitragen, denn das absteigende colon lag an der hinteren 
9-ussern Seite der Geschwulst. Wodurch diese abweichende Lagerung bedingt war, 
Esst sich mit grosser Wahrscheinlichkeit bestimmen. Man kann sich vorstellen, 
dass die Verschiebung des colon descendens an die äussere Seite eines Nieren 
tumors dadurch zu Stande kommt, dass eine in der Gegend des Nierenhilus, also 
einwärts vom colon, entstehende Geschwulst gleich einen relativ starken Dicken 
durchmesser erreicht und dann im weitern Wachsthum dasselbe nach aussen ver 
drängt. Da aber hier ausserdem noch der Ouerclickdarm unterhalb der Geschwulst
	        

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