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Lebern in unserm Falle erklärt werden kann, da sie sich ja mit ihren unteren concaven
Flächen gegenüberliegen, und zwar so, dass der rechte Lappen von A dem linken
Lappen von B entgegengesetzt ist, und umgekehrt. Ich möchte vielmehr aus der
Formation der Brustkörbe die Lage der Lebern erklären. Wie schon erwähnt',
sind dieselben in ihren seitlichen Durchmessern sehr beschränkt, so dass sie ein
so grosses Organ wie die Leber nicht zu beherbergen vermochten. In Folge des
Druckes der beiderseitigen Rippen machte deshalb eine jede Leber eine Viertels
drehung um ihre vertikale Achse nach rechts, so dass dadurch die Leber des In
dividuums A nach vorn, dagegen die Leber des Individuums B nach hinten zu
hegen kam Da der obere Theil beider Lebern, oder ihr hinterer Rand
am höchsten, d. h. im oberen engen Theil der gemeinsamen Thoraxhöhle ge
lagert wurde, so musste er hier einen ziemlich bedeutenden Druck erfahren,
so dass eine Verbindung der beiden hinteren Ränder erfolgen konnte. Wenn
nun auch eine solche Lageveränderung der beiden Organe, wie ich sie eben zu
schildern versucht habe, wohl denkbar ist, so bleibt doch noch immer die Ursache
der Verwachsung unaufgeklärt; immerhin schien mir diese Deutung für den vorlie
genden Fall die plausibelste zu sein.
Die Duplicität des Magens, der Milz, des Harn- und Geschlechtsapparats fin
det bei den Sternopagen gewöhnlich Statt, und nur bisweilen treten Abweichungen
m der Art der Entwicklung dieser Organe auf. Die vollständige Trennung der
Darmcanäle gehört zu den Seltenheiten, eine solche betraf den Fall II. a und den
Fall III. Gewöhnlich fliessen die Darmcanäle bald hier bald dort auf eine Strecke
zusammen, um sich weiterhin von neuem zu trennen; dieser Zusammenfluss betrifft
meistens den oberen Theil des Darms. In unserm Falle vereinigen sich sogar schon
die duodena, wie man daraus schliessen kann, dass der gemeinsame ductus chole-
dochus gerade an der Vereinigungsstelle einmündet. Da sich aber der Gallengang
m normaler Weise in die pars descendens duodeni ergiesst, so muss der obere Theil
des gemeinsamen tractus intestinalis aus der Vereinigung beider duodena gebildet sein,
vielleicht ein seltenes Vorkommen, welches jedoch auch von Förster beobachtet wurde.'
Was nun den situs inversus anbetrifft, welcher nach Förster’s Ausspruch
stets bei den Doppelmissbildungen dieser Art Vorkommen soll, so liefert unser Fall
Wiederum einen Beweis für das Gegentheil, denn selbst die Lage der Lebern spricht
durchaus nicht für einen situs inversus, geschweige denn die der andern vollständig
normal gelegenen Eingeweide; überhaupt scheinen ziemlich viele Ausnahmen von
dieser Regel vorzukommen, und die Nothwendigkeit eines situs inversus des rechten
ndividuums, wie sie von Förster und andern Autoren angenommen und begründet
Wird, dürfte doch wohl nicht eine absolut unbedingte sein.

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