Weder der äussere, noch der innere Genitalapparat bietet nennenswerthe
Eigentümlichkeiten, uterus und ovarien verhalten sich in Lage und Zahl normal,
zu erwähnen ist, dass das ovarium dextrum der Frucht A etwas kleiner ist.
Wie schon vorher bemerkt wurde, zeigt der Nabelstrang auf dem Durch
schnitte die lumina von nur vier Gefässen; die genauere Untersuchung bestätigt
diesen Befund, und ergiebt das Fehlen zweier arteriae umbilicales dextrae, je eine
für jede Frucht. Die beiden venae umbilicales vereinigen sich da, wo sie in die
Bauchhöhle eintreten zu einem etwas grösseren Stamme, welcher an der Rückseite
der Missbildung seinen Weg nach der hinteren Leber einschlägt.
E p i c r i s e.
Behufs einer Vergleichung des vorliegenden Falles mit' noch fünf anderen von
Dönitz 14 ) a und b, Tacke 15 ) und Schraven a und b mitgetheilten Fällen, sei
es mir gestattet, diese letzteren mit II a, II b, III, und ^IV a, IV b zu bezeichnen.
Von sämmtlichen Primitivorganen der eben beschriebenen Missbildung ist nur
das Hautsystem, das Wirbelsystem, das Herz, die Leber und ein Theil des Darms
beiden Individuen gemeinsam. Dass das Geschlecht bei beiden Früchten das gleiche
ist, bestätigt nur die allgemeine Ansicht der Autoren über diese Frage, und noch
kürzlich äusserte sich B. S. Schultze 16 ) ganz bestimmt über diesen Punkt, indem
er sagt: „Die für einzelne Fälle aufgestellte Behauptung, dass in einem Ei gelegene
Zwillinge, oder dass die Leiber eines Doppelmonstrums verschiedenes Geschlecht
gezeigt hätten, hat sich stets bei genauer Untersuchung als irrig erwiesen.“ Förster
giebt seiner Meinung in ähnlichen Worten Ausdruck.
Zunächst 'muss uns die Bauchspalte mit der sie bedeckenden dünnen, den
Eihäuten ähnlichen Membram auffallen. Fälle dieser Art finden wir bereits erwähnt,
jedoch bleibt es eigenthümlich, dass die normale Haut mit einem scharfen Rande
plötzlich aufhört, ohne dass ein allmähliger Uebergang in die dünne Membram er
folgt wäre, und diese sich ohne Unterbrechung und ohne makroscopische Veränderung
in die Umhüllung des Nabelstrangs fortsetzt. Die Vertheilung der Gefässe in Letzterem
zeigt bei den Sternopagen eine grosse Mannigfaltigkeit, so wurden im Falle II a 4,
im Falle II b 6 Nabelgefässe beobachtet, während im Falle IV a nur 2 und im
Falle IV b 5 Lumina nachgewiesen werden konnten. Man hat die Zahl der Nabel
gefässe mit der Entwicklung der Leber in Verhältniss zu bringen gesucht, und die
grössere Vollkommenheit der Letzteren von der Zahl der Nabelgefässe abhängig
14 ) W. Dönitz, Reicherts Archiv. 1865, pag. 113 u. p. 129.
15 ) Tacke. De Steropago. Dissertation Halle 1864.
16 ) B. S. Schultze. R. Vollkmann’s Sammlung klinischer Vorträge No. 34.

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