Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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beiden Organen zu einem starken Bande verschmolzen. Die vordere Leber besitzt 
von rechts nach links gemessen eine Breite von 6,8 Cent., eine Dicke von 3,5 Cent., 
und die Messung von vorn nach hinten giebt einen Werth von 6 Cent. An ihrem 
hinteren Rande bemerkt man jederseits ein etwa dreieckig geformtes Nebenläppchen, 
welches nur durch sparsames Gewebe mit dem grossen Leberkörper zusammen- 
hängt. Die Gallenblase ist vorhanden, doch sieht sie nicht unter dem vorderen 
Leberrande hervor, ihr Ausführungsgang vereinigt sich mit dem der anderen Gal 
lenblase, und beide ergiessen sich, zu einem Gange verschmolzen, in das Vereini- 
gungsstück beider duodena. An den hinteren Rand dieser vorderen Leber schliesst 
sich eine 1,5 Cent, tiefe Furche, welche von rechts nach links verlaufend an ihrer 
Basis die hintere Leber mit der vorderen verbindet. 
Die hintere Leber weicht schon in ihrer Gestalt von der vorderen ab. Sie 
erscneint weicher und mehr abgeplattet, und ist durch ein ligamentum Suspensorium 
deutlich an ihrer Oberfläche in zwei Lappen getheilt. Ihr vorderer (unterer) Rand 
ist mehrfach zerklüftet, jedoch ist ein lobulus quadratus und ein lobulus Spigelü 
ebenso wenig zu erkennen, als das tuberculum papillare. Der vordere Leberrand 
ist scharf, desgleichen die beiden seitlichen Ränder, der hintere dagegen stumpf 
Die ligamenta triangularia verhalten sich normal. Die Gallenblase, welche sich eben 
falls unter die Leber zurückzieht, liegt, da wir diese Leber doch dem Individuum B. 
zuerkennen müssen, anormalerweise links vom ligamentum Suspensorium. Die Breite 
dieser Leber beträgt 8 Cent., die Dicke 2 Cent., und in der Richtung von vorn 
nach hinten misst sie 5 Cent. Betrachten wir die beiden Lebern von unten, so 
können wir hier keine Grenze zwischen beiden Organen wahrnehmen, vielmehr fin 
det hier ein gleichmässiger Uebergang von der einen zu der anderen Leber Statt. 
Einige Varietäten zeigt der Verdauungsapparat. Jedes Individuum besitzt 
seinen oesophagus, ebenso sind auch zwei Magen in vollständig normalem Zustande 
vorhanden, und jeder liegt in der linken Seite jeder Frucht. Die beiden duodena 
laufen in einer gemeinschaftlichen Bauchfellfalte sich entgegen, die drei normalen 
Krümmungen existiren nicht. Jedes duodenum hat etwa eine Länge von 5 Cent. 
In der Mittellinie beider Lebern findet eine Vereinigung beider duodena Statt, die 
selben gehen in einander über, und bilden an ihrer Vereinigungsstelle eine sack 
artige Erweiterung, welche jedoch nach kurzem Verlauf sich verjüngend, in ein 
beiden Früchten gemeinsames jejunum übergeht. An der oberen Grenze dieser 
Erweiterung ergiesst sich der gemeinsame ductus choledochus in den Darm, wess- 
halb dieser Theil wohl als pars descendens duodeni angesprochen werden muss. 
Beiderseits findet sich ein omentum minus, welches jederseits an den äusseren 
Enden der gemeinsamen Leberfurche, inserirt. Während das linke Individuum ein 
deutlich erkennbares foramen Winslowii besitzt, fehlt dasselbe beim rechten. Das 
gemeinsame Stuck des tractus intestinalis erreicht die bedeutende Länge von 70 Cent.,
	        

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