Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

nales ansprechen, jeder Strang geht, der eine von der rechten, der andere von der 
linken Seite eines Vorhofs .aus und verliert sich im hilus der zugehörigen Lunge. 
Nachdem das Herz an seinem unteren Rande aufgeschnitten, erkennen wir 
das Verhalten der Ventrikel. Durch ein septum, welches durch mehrere grössere 
und kleinere Lücken eine Communication beider Ventrikel vermittelt, wird die 
Theilung des Herzens in zwei Kammern eine nur unvollständige. Die links 
liegende Kammer ist weit geräumiger als die rechte, ihre Wandungen werden von 
ziemlich derber, gut entwickelter Muskulatur 'gebildet, die Papillarmuskeln heben 
sich von dem Herzfleisch deutlich ab. Die rechts liegende Kammer ist weit kleiner, 
ihre Höhlung viel beschränkter als die der linken Kammer, ihre Muskulatur weicher 
und schlaffer entwickelt. Beide Kammern geben an ihrer äusseren Spitze die mit 
vollständigem Klappenapparat versehene aorta und arteria pulmonalis ab. Aus 
den Ventrikeln führen zwei venöse Ostien, von denen jedes drei zarte, gut ent 
wickelte Klappensegel besitzt in einem grossen, sich über beide Ventrikel er 
streckenden Vorhof. Die Muskulatur des letzteren ist zart und weich, die musculi 
pectinati sind deutlich erkennbar. Die vier Herzohren stellen mehr oder weniger 
geräumige Taschen dar, welche vom Vorhof aus leicht zugänglich sind. Von einem 
septum ist keine Andeutung vorhanden, und somit suchen wir auch vergeblich nach 
einem fenestrum ovale. An der Basis des Vorhofs liegen die beiden Ostien, von 
denen das rechte ein wenig mehr nach vorn gerückt erscheint. Die Mündungen 
der venae cavae superiores und inferiores finden beiderseits am oberen und unteren 
Ende des grossen Vorhofs Statt. Dem centralen Ende des die venae pulmonales 
darstellenden linken Gefässes mit einer feinen Sonde folgend gelangt man, die 
hintere Vorhofswand von aussen nach innen schräg durchsetzend, durch eine 
feine Oeffnung in den Vorhof. Diese Oeffnung liegt etwa gerade in der Mitte der 
hinteren Vorhofswand. Rechts konnte dies Verhältniss nicht nachgewiesen werden, 
da auch das centrale Ende der venae pulmonales obliterirt war. 
Was nun die Muskulatur des ganzen Organs betrifft, so überzeugt man sich 
leicht, dass sowohl an der vorderen als auch an der hinteren Herzwand die Muskel- 
bündel von beiden Herzspitzen sich entgegenlaufen und mit einander vollständig 
verschmelzen, so dass auch durch das Verhalten des Muskelsystems keine Theilung 
des Organs nachgewiesen werden kann. 
Das grosse, geräumige pericardium entspricht in seiner Form dem Organe, 
welches es umgiebt, hat deshalb, wie das Herz, seine grösste Ausdehnung von der 
rechten nach der linken Seite der Missbildung.. Es reicht an der Rückseite der 
Missbildung bis zur Höhe des achten Rippenpaares hinab, und es zieht sich beider 
seits seine Grenze in einer schrägen Linie nach rechts und links oben verlaufend, 
zur oberen Verbindungsbrücke hinauf, woselbst es den Rippen und den Brustbeinen 
fest anliegt. Von seiner Kuppe steigt es dann in derselben Weise nach vorn und
	        

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