Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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B, welche letztere sich in ihrem Anheftepunkt an’s sternum normal verhalten. Die 
sieben obern rechten Rippen von A und die sieben obern linken Rippen von B 
erreichen daher noch ihr zugehöriges Brustbein; anders verhält es sich aber mit 
den hintern Rippen der Missbildung, d. h. mit den sieben obern linken Rippen von 
A und den sieben obern rechten Rippen von B. Von diesen heften sich nur noch 
vier jederseits an ihr zugehöriges sternum, während die drei übrigen jederseits zu- 
sammenstossen und so an der Rückseite eine Art knorpeliges, beiden Körpern ge 
meinsames Brustbein formiren; die falschen Rippen verhalten sich überall normal. 
Vergegenwärtigen wir uns jetzt noch einmal die Form des Thorax, so sehen 
wir, dass beide Brustkörbe nicht wie beim normal gebauten Menschen nach beiden 
Seiten hinausgewölbt sind durch eine entsprechende Krümmung der Rippen, dass 
sie vielmehr nach dem zwischen beiden Individuen gelegenen Fixationspunkte aus 
gezogen erscheinen, entsprechend der beiderseitigen Abflachung ihrer Rippen. Den 
ken wir uns nun jedes Individuum getrennt, so würde nicht der grösste Durch 
messer des Brustkorbes zwischen zwei seitlichen Punkten der am meist o-ewölbten 
Rippen, sondern zwischen dem Endpunkt des sternums und der Wirbelsäule liegen. 
Ohne Zweifel wird die Abflachung der Brustkörbe, sowie die beiderseitige Defor 
mität derselben bei beiden Früchten besonders durch die Skoliose herbeigeführt. 
Von den Brusteingeweiden bieten zunächst die Lungen einige Abnormitäten. 
Die rechte Lunge des Individuums A ist deutlich in drei Lappen getheilt; man 
kann an ihr einen vorderen scharfen und einen hinteren stumpfen Rand unterschei 
den, ebenso ist auch die ausgehöhlte Basis entsprechend der Kuppe des Zwerch 
fells vorhanden. Bei der linken Lunge von A fällt uns ein sehr langer schmaler 
Oberlappen und ein sehr breiter Unterlappen auf. Den scharfen Rand finden wir 
nicht vorn, sondern hinten, entsprechend dem sehr spitzen Winkel, welchen die 
Rippen bei ihrem Ansatz an die skoliotische Wirbelsäule beschreiben. Der vordere 
Lungenrand ist abgerundet , und stumpf, und anstatt an der Innenseite die incisura 
cardiaca zu zeigen, wölbt sich hier der Lungenlappen sogar etwas vor. Beide 
Lappen laufen nach unten und vorn in eine ziemlich feine Spitze aus. 
Die Dreitheilung der rechten Lunge des Individuums B ist nicht vollständig 
ausgesprochen, da der Mittellappen nur theilweise durch eine Furche vom Ober 
lappen geschieden ist. Ihr vorderer Rand ist nicht so scharf wie der hintere und 
erscheint uneben und mehrfach gekerbt. Der hintere Rand ist wieder, entsprechend 
der Skoliose, scharf, die Aushöhlung der Lungenbasis wird nicht vermisst. Die 
linke Lunge zeichnet sich durch die Bildung eines langen, schmalen, nach seiner 
unteren Spitze zu sich stark verjüngenden Oberlappen aus, während der Unterlap 
pen sehr dick und massiv erscheint. Auch bei dieser Lunge finden wir eine Nische 
zur Aufnahme des Herzens nicht angedeutet.
	        

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