Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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beträgt für A. 2,6 Cent, und für B. 2,8 Cent. Von der Stelle, an welcher der 
Zusammenstoss beider sterna erfolgt, sehen wir an der Vorderseite der Missbildung 
e men kleinen Knorpelstreifen nach abwärts laufen, welcher in einem kurzen 0,7 Cent, 
langen processus ensiformis endet. An der Rückseite der Missbildung wird durch 
die mit ihren Endpunkten zusammenhängenden 4—7ten Rippen auch ein Knorpel 
streifen formirt, welcher mit den horizontalen sternis zusammenhängt. Der Knorpel 
streifen mit seinem processus ensiformis an der Vorderseite, wie auch die ähnliche 
Bildung an der Rückseite müssen wir uns als beiden Individuen angehörig vor 
stellen. Die Entfernung von dem Vereinigungspunkt beider sterna bis zur Spitze 
des processus ensiformis beträgt 2 Cent., hinten dagegen bis zum Ende des Knorpel 
streifens 3,6 Cent. Aus der Vogelschau betrachtet, würde die Bildung der sterna 
^it den knorpeligen Formationen doch nicht genau die Form eines Kreuzes zeigen, 
da ja, wie schon erwähnt, weder die beiden horizontalen sterna eine gerade Linie 
bilden, noch die vordere und hintere Knorpelpartie sich genau gegenüberliegen. 
In jedem sternum lassen sich bis zur Vereinigung beider, zwei Knochenkerne 
mit Sicherheit nachweisen, während die vordere und hintere Sternalbildung nur 
knorplig formirt ist. Die Knochenkerne, welche dem Inviduum A. angehören, zeigen 
e m etwas abnormes Verhalten. Der obere Kern bietet eine mehr rundliche Gestalt 
dar, der untere zieht sich, von dem oberen nur durch einen minimalen Zwischen 
raum getrennt, in beträchtlicher Grösse und länglicher Form, mehr nach vorn, so 
dass er mit seiner Spitze in der vorderen gemeinsamen Sternalpartie liegt. An den 
Knochenkernen des Individuums B. können wir keine solche Abnormitäten wahr 
nehmen, beide sind von länglicher Gestalt, der untere etwas grösser als der obere. 
Da, wo der Zusammenstoss beider sterna erfolgt, finden wir ein sehr kleines, an 
der unteren Spitze des zweiten Knochenkerns vom Individuum A. gelegenes Loch, 
ein etwas grösseres, 0,8 Cent, langes und 0,4 Cent, breites liegt etwas mehr nach 
hinten gerade da, wo der hintere Knorpelstreifen beginnt. Diese beiden kleinen 
Defekte im Knorpel werden nach aussen durch die Haut, nach innen vom pericardium 
begrenzt. Durch die beiden Löcher aber wird die Verwachsung der beiden Brust 
körbe mit einander weniger innig, obgleich keine gelenkige Verbindung nachzu 
weisen ist. 
Der Ansatz der Rippen findet bei den Körpern nicht in symmetrischer 
Weise Statt. Sämmtliche sieben wahren rechten Rippen von A, sowie die sieben 
wahren linken Rippen von B, welche die vordere Seite des gemeinsamen Brust 
korbes der Missgeburt bilden, erscheinen sehr zusammengedrängt, so dass die 
Intercostalräume fast verschwinden, ein Umstand, welcher durch die beiderseitige 
Skoliose erklärt wird. So correspondirt z. B. der Ansatzpunkt der dritten rechten 
Kippe von A, sowie der der dritten linken Rippe von B mit dem Ansatzpunkt 
der zweiten linken Rippe von A und mit dem der zweiten rechten Rippe von
	        

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