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kam nämlich durch Bebrütungsversuche mit Vogeleiern zu einer Reihe von Resul
taten, welche vonDönitz 12 ) bestätigt wurden. Das Endresultat gestaltet sich etwa
folgendermaassen: Jede Anlage einer Doppelmissbildung entsteht an einem befruch
teten Ei, welches normal gebildet ist, wenigstens sind keine Unterschiede von an
dern befruchteten Eiern nachzuweisen. Der Furchungsprocess findet hier in der
selben Weise Statt, wie er gewöhnlich Platz greift. Die Entstehung der Doppel
monstren beruht nun auf einer Reimspaltung, die nach der Bildung der Umhüllungs
haut auftritt und bald eine longitudinale, bald eine transversale Richtung nimmt.
Durch die longitudinale Spaltung werden zwei Hälften gebildet, welche wiederum
die Fähigkeit besitzen sich selbstständig zu einem vollständigen Individuum zu
entwickeln. Je nach der mehr oder weniger vollständigen Keimspaltung und Ent
wicklung der verschiedenen Hälften, sowie nach dem Verhältnis derselben unter
einander, entstehen verschiedene Doppelmissbildungen. Die vollkommensten bilden
die durch vollständige Keimspaltung entstandenen Paarlinge.
Die Sternopagen können nach dieser Theorie natürlich nur durch longitudinale
Spaltung entstanden sein, jedoch war bei ihnen die Keimspaltung keine vollständige,
sondern in Bezug auf das Wirbelsystem eine beschränkte.
Der eben mitgetheilten Ansicht steht aber die erwiesene Thatsache entge
gen, dass die Erzeuger bei der Entstehung der Missbildungen eine grosse Rolle
spielen. Man beobachtete nämlich, dass Frauen mehrmals nach einander dieselbe
oder eine ähnliche Missgeburt zur Welt brachten, dass ferner Männer mit verschie
denen Frauen dasselbe Monstrum erzeugten, so dass die von Bischoff aufgestellte
und jetzt noch viel vertheidigte Ansicht von der primitiven Anomalie der Zeugungs
materien alle Beachtung verdient. So lange uns die verschiedenen Entwicklungs
stufen der menschlichen Embryonen, besonders in der frühesten Periode verschlis
sen bleiben, so lange wird man auch wohl kaum zu einem endgültigen Resultat
m dieser Frage gelangen.
Wie wohl nun bereits viel über die Sternopagen berichtet wurde, und die
Zahl der veröffentlichten Fälle keine geringe ist, so unternehme ich es dennoch
der grossen Reihe noch einen neuen Fall zuzufügen in der Hoffnung dadurch wie
der neues Material zur Vergleichung zu liefern. Bevor ich aber zur Beschreibung
des Doppelmonstrums übergehe, sei es mir gestattet, die Geburtsgeschichte, wie sie
mir gütigst von Herrn Doctor Hoepner aus Rendsburg mitgetheilt wurde, hier zu
erwähnen.
Geburtsgeschichte.
_ Die Mutter der Missgeburt C. M., Tochter eines sehr muskulösen Schlach
ters, ist gleichfalls kräftig entwickelt, wenn auch nicht übermässig gross. Sie war,
12 ) W. Dönitz, Reicherts Archiv 1866 p. 529.

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