Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

' agptti 
t 3gto?L' r, IA. 
H ' M 
MM 
WSL-: 
i"5J 
mr 
13 
und Aetzungen. Bei dieser Behandlung werden nach 7 Wochen zwar die Geschwürsöffnungen 
kleiner, der Process aber in der Tiefe dauert fort, so dass eine Incision gemacht wird. Im October 
wird ein fistulöser Gang, der gegen die grosse Zehe hingeht, gespalten und darauf der Geschwürs 
grund energisch geätzt. Darauf schliesst sieh allmälich die Geschwürsfläche und drei Wochen 
lang erfolgt keine Eiterung. Patient geht ein wenig auf dem äusseren Fussrand ohne Schmerzen. 
Nach acht Tagen bricht das Geschwür wieder auf; es wird wieder eine Incision gemacht und 
die alte Behandlung wieder eingeleitet. Patient unterrichtet seinen Arzt erst Ende September 
von der Affection an seiner Hand, so dass dieser sich genöthigt sieht, von der Zeit an eine 
antisyphilitische Kur einzuleiten. Es wurden im Laufe der Zeit verbraucht: 8,0 Kal. jodat.; 
2o,o Ung. Hydrarg. ein.; ca. 3,0 Hydrarg. jodat. fl.; doch ohne besonderen Erfolg. Patient wird 
ungeduldig und lässt sich am 27 ten Nov. 1873 in die hiesige chirurgische Klinik aufnehmen. 
Stat. praes: Auf der Plantarseite des linken Fusses, ungefähr in der Mitte des Os 
metatarsi primi, befindet sich eine längsovale, nach vorn in 2 Schenkel divergirende, im grössten 
Durchmesser 1,8, im kleinsten 1,5 Centimeter haltende, stark geröthete Stelle, welche mit zarten 
Granulationen bedeckt und von steil abfallenden, callösen Rändern begrenzt ist. Das umgebende 
Gewebe ist stark indurirt und narbig herangezogen. Am linken Unterschenkel trägt Patient die 
Spuren einer schlecht geheilten Fractur. Der Condylus internus tibiae des rechten Beines ist 
aufgetrieben und an einer circumscripten Stelle gegen Druck sehr empfindlich; wird das Bein 
bis über einen rechten Winkel flectirt, so entsteht an der genannten Stelle des Condylus derselbe 
heftige Schmerz. Die Auftreibung wurde vor ca. 10 Wochen entdeckt. 
An der Radialseite des Metacarpus des 2 ten Fingers der rechten Hand befindet sich ein 
fistulöses Geschwür, dessen Ränder indurirt und bläulich gefärbt sind; die Secretion ist sehr 
gering. Im rechten Trigonum inframaxillare fühlt man 2 etwa bohnengrosse, unter der Haut 
verschiebbare, schmerzlose Tumoren; die bedeckende Haut ist nicht geröthet. Seit 2 Jahren ist 
dem Patienten das Haupthaar merklich ausgegangen. Der Urin enthält kein Eiweiss, die Unter 
suchung der Brustorgane ergiebt nichts Abnormes. Patient, eine untersetzte, kräftig angelegte 
Figur, zeigt ein kachektisches Aussehen; er will, wie seine Geschwister, in seiner Jugend nie an 
Drüsen gelitten haben. Der Vater des Patienten lebt noch, die Mutter starb am Typhus. Patient 
will nie syphilitisch gewesen sein. 
3- XII. 73. Bei Ruhe im Bett, Reinlichkeit und innerlich Kal. jodat. 1,5 pro die heilt das 
Geschwür. 
10. XII. 73. Patient hat Jodschnupfen acquirirt. Er klagt hauptsächlich über die Augen, welche 
etwas thränen. Im Uebrigen fühlt Patient sich wohl. Die Geschwüre an Fuss und 
Hand sind in Heilung begriffen. 
17. XII. 73. Unter Verband von Carboloel hat die Wunde sich beinahe geschlossen. 
21. XII. 73. Wegen schlechten Aussehens der Handwunden werden Handbäder verordnet. 
28. XII. 73. Fuss- und Handbäder. Wunden werden mit Terpentinsalbe verbunden. 
31- XII. 73. Bei Fortgebrauch des Jods zeigen die Wunden gute Granulationen. Etwas macerirte 
Haut an der Hand wird entfernt. 
io. I. 74. Die Wunde am P’uss ist völlig heil, die an der Hand fast heil. Patient wird auf 
seinen Wunsch entlassen und der Rath ertheilt, ferner noch Jodkal. zu nehmen 
und mit Carboloel die Wunde zu verbinden. 
Durch die Güte des behandelnden Arztes blieben wir über das weitere Schicksal unseres 
Patienten nicht in völliger Unkenntniss. Der p. p. Behnke klagte bald nach seiner Ankunft zu 
Hause wieder über Schmerzen in seinem Fuss. Die Untersuchung ergab einen Fistelgang von 
der Länge eines Centimeters, welcher eine Spaltung nothwendig machte. Diese Nachricht datirte
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.