constant Vorkommen. Sie communiciren häufig mit dem Gelenk und bedingen dadurch bei
Entzündungsprocessen die so üble Prognose. Sie bilden die anatomische Basis jener Fälle, in
denen das Mal perforant auf der Höhe der Gelenke seinen Sitz hatte, zunächst zur Gelenks
vereiterung und dann zur Ankylose oder Nekrose führte. — Ferner giebt es noch Fälle, allerdings
sehr seltene, deren Character durch die Geneigtheit zu recidiviren ein noch viel malignerer wird,
ohne dass die grössere Ungunst anatomischer oder therapeutischer Verhältnisse dies aufzuklären
im Stande wäre. «Als eine unbekannte Besonderheit des Uebels muss der Umstand gelten,
sagt Pitha, dass die Abtragung der im Wege stehenden Epidermis ganz nutzlos bleibt, indem
sich dann die Minirung beständig wiederholt und das Geschwür nur im Umfang zunimmt, so dass
man versucht wird, an einen gelockerten Zusammenhang der Epidermis mit der Cutis zu denken.
Hierzu kommt die ungeheure Empfindlichkeit des Geschwürs, welche selbst die nothwendige
Reinigung des Geschwürs erschwert.« Diese Fälle waren es, welche einige Autoren veranlassten,
das Mal perforant als Krankheit sui generis bestehen zu lassen, oder doch den Gedanken aus
sprechen Hessen, es'sei nicht ausgemacht, ob nicht irgend eine besondere Dyskrasie dem Leiden
zu Grunde liege. Welcher Natur diese Dyskrasie sei, wurde bei dem Mangel der Anhaltspunkte
für irgend ein constutionelles Leiden nie ausgesprochen. Wenn aber weder eine mangelhafte
Anamnese, noch eine oberflächliche Untersuchung, noch die zu kurze Beobachtungsdauer, die
man dem Patienten widmete, Schuld daran waren, dass die Anwesenheit eines constitutioneilen
Leidens sich nicht ergab, dann müssen jene Fälle als ganz besonders glücklich zu betrachten
sein, in denen schon während der Behandlung das Auftreten anderer Symptome nicht allein die
Anwesenheit, sondern auch die Natur eines constitutionellen Leidens verrieth. Zu solchen gehört
auch der auf hiesiger chirurgischer Klinik beobachtete Fall:
»Der 46jährige Arbeitsmann Hinrich Behnke aus E. erlitt vor 18 Jahren eine Fractur
des linken Unterschenkels. Im Mai 1872 wurde er von den Pocken befallen, jedoch so leicht,
dass die Arbeit desshalb nicht aufgegeben wurde. Um Pfingsten desselben Jahres fesselte eine
exsudative Pleuritis den Patienten 14 Tage an das Bett und nachfolgende 6 Wochen an das
Haus. Patient will sich sehr langsam von diesem Leiden erholt haben und sieht den Husten,
der bis Februar 1873 angehalten haben soll, als Folge des überstandenen Brustleidens an. An
fang Mai 1873 bemerkt Patient zum ersten Male beim Gehen stechende Schmerzen unter dem
Ballen der grossen Zehe des linken Fusses. Im April d. J. wird auf der Volarseite des Meta
carpus des 2ten Fingers der rechten Hand ein etw T a bohnengrosser Tumor fühlbar.
Die bedeckende Haut war nicht geröthet, die Schmerzen überaus gering. Nach Be
handlung mit Hamburger Pflaster erfolgt im Juni an der Radialseite ein Aufbruch, der Wasser
und Eiter entleerte; es entstand ein fistulöses Geschwür. Patient unterzog sich nun mit dem
schmerzhaften Fuss von Anfang Mai an einer Arbeit, bei der die Füsse stets nass wurden.
Nach einiger Zeit schwoll der betreffende Fuss an bis zur Ferse. Mit dem Auftreten der Schwel
lung verloren sich die Schmerzen, um sehr heftig wiederzukehren, wenn Abends die Stiefel
ausgezogen wurden. Gegen den folgenden Morgen erfolgte die Abschwellung. Patient ging dann
wieder mit einem schmerzhaften Fuss zur Arbeit, bei der sich denn bald, nach eingetretener
Schwellung, die Schmerzen verloren, um Abends nach dem Ausziehen der Stiefel heftig wieder
zukehren. Das wiederholte sich regelmässig fast 4 Wochen lang. Als aber am Morgen des
iten Juni die Abschwellung nicht wieder eingetreten war, blieb Patient zu Hause und erzielte
durch warme Umschläge nach 2 Tagen einen Durchbruch der verdickten Epidermis, mit dem
Wasser und Eiter entleert wurden. Nachdem die Wunde 14 Tage lang ohne Erfolg mit Plam-
burger Pflaster behandelt war, consultirte Patient Mitte Juni einen Arzt. Die T. herapie bestand in
Ruhe, Fussbädern, Ausspritzungen der Wunde mit Wundwasser, Abtragung der Geschwürsränder

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.