Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

21 
Für bg erhalten wir dagegen: da be = A,u.ge = bf=C 
ferner < beg — 180° — « — ' 
bg = V M 2 -f C* — 2. A C. cos. 
= F M 2 -j- Z 2 — 2. A <T. cos. 0° 
= V A* + C 1 - — 2. A C. (-f 1), da cos. 0° = -f- 1 
= V A z -\- C ;— 2.A. C 
= V(A — C) 2 
Wir haben also jetzt die resultirende Kraft M -}- Zj die in .r, und .die resultirende Kraft 
A — C, die in y, zum Austrage kommt. — Damit ist ja aber nur gegeben, wie das Zusammen 
wirken der Akkommodation und der Convergenz sich im horizontalen Meridiane gestaltet. 
Vergegenwärtigen wir uns nun die Gestalt des ganzen, reducirten Auges, und untersuchen, 
wie in den übrigen Punkten der Peripherie des nerv, opt,, in denen die beiden Hohlkugeln mit 
einander verbünden sind, die beiden genannten Kräfte wirken werden. 
Fig. 2 stellt die pap. n. opt. dar. — Dann wissen wir: 
1) Dass in jedem Punkte des Kreises xaa'y, dessen Centrum o ist, ein Akkommodations- 
Zug zur Geltung kommt, der gleich ist dem, den wir für den horizontalen Meridian angenommen 
haben, = A ist, und dass er senkrecht auf den Kreis in den Meridianen, die durch die Ver 
längerungen der Radien des Kreises dargestellt werden, wirken wird. 
Da auch hier auch nichts von der Kraft A verloren geht, so tragen wir sie auf den ver 
längerten Radien von der Peripherie aus, ab. Also: xc = ab, a‘b‘ a“b“ u. s. w. = yd — A. 
2) Wissen wir von der Wirkung der Convergenz, dass im horizontalen Meridian in x, 
C sich einfach zu A addirt und in y von A subtrahirt. Also xx‘ = A-\~C, yy‘ = A— C. 
Der Convergenz-Zug wirkt aber nicht allein im horizontalen Meridiane, sondern in 
einer Zone, zu beiden Seiten desselben, dessen Breite wohl jedenfalls so gross ist wie die Breite 
der pap. n. opt. So dass wir annehmen können, in jedem Punkte der Peripherie komme der 
gleiche Zug == C zur Geltung und zwar in einer Richtung, die parallel ist dem horizontalen 
Meridian. Diese Richtung ist auch für alle Punkte die gleiche, so dass sie an der temporalen 
Seite von dem Centrum der Papille ab, an der nasalen nach dem Centrum hingeht; und da 
wir den Akkommodations-Zug jederseits positiv nennen, so ist er im Yerhältniss zu diesem, je 
nach der Seite, an der er wirkt, bald positiv, bald negativ — wie schon oben bemerkt wurde. 
Construiren wir nun für jeden einzelnen Punkt das Zusammenwirken der beiden Kräfte, 
nnd verbinden die Endpunkte der gefundenen Diagonalen, so haben wir in der Curve x‘ss‘s“s‘“y‘t 
graphisch dargestellt, wie die Kraftwirkung der Akkommodation und Convergenz sich um die 
pap. n. opt. gestalten muss. 
as', a‘s‘, a“s“ u. s. w. a“‘s“‘ sind also die Grössen, die als resultirende Zugkräfte an 
den einzelnen Punkten der Peripherie zur Geltung kommen. Wir sehen, dass sie für die ange 
nommenen Maasse für A u. C etwas über die temporale Hälfte hinaus positiv, für den übrigen 
Theil der nasalen Hälfte negativ sind. 
Hiemit ist der physikalische Theil erledigt, und ich beschränke mich am Schlüsse des 
selben auf die Aehnlichkeit hinzuweisen, die zwischen der construirten Zug-Figur und der 
Form des gewöhnlichen temporalen Staphyloms besteht. 
II. Physiologischer Theil. 
In der obigen Deduktion sind wir von Annahmen ausgegangen, die von der Wirklichkeit 
abweichen, und w r enn auch in den Grundzügen die Vorgänge in der Wirklichkeit nach den-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.