Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Stück schneidet. Diese Stücke verhalten sich zueinander annähernd wie 10, 5 ; 7 5 beim 
Manne, wie 9, s : 7,5 beim Weibe. Die Grössenverhältnisse sind also unbedeutend 
verschieden, jedenfalls können wir diese Verschiedenheiten, da es sich doch nur um 
Annährungswerthe handelt, wenn wir aus obigen Zahlen einen Schluss machen auf die 
Orössenverhältnisse der betreffenden Theile bei dem in Redestehenden Fall, ausser Acht 
lassen und uns begnügen zu wissen, in welcher Richtung wirkendeine Gewalt am leichtesten 
das gekrümmt verlaufende lig. teres gerade zu spannen und so auf eine Abtrennung 
v °n lig. susp. hinzuwirken vermag, Offenbar würde eine Gewalt, welche die beiden 
Endpunkte der Grundlinie, Nabel und porta hepatis, von einander zu entfernen bestrebt 
^äre, in der Art, dass bei unbeweglicher porta hapatis, die Nabelgegend nach unten 
ünd vorn gezogen würde, wenn stark genug, den vom lig, teres gebildeten Winkel 
abflachen. Die Spannung des lig, susp. würde sich dem widersetzen, aber es würde 
ei «e Zerreissung wie im vorliegendem Salle stattfinden, wenn die einwirkende Gewalt 
stärker wäre, als der Widerstand des lig. susp. Wäre die Zerreissung selbst dann 
üoch nicht erfolgt, wenn schon das lig. teres ganz gerade gespannt die gerade Ver 
bindungslinien zwischen beiden Endpunkten darstellte, so würde eine weitere Ent 
tarnung der beiden Punkte, wenn nicht der Zug gerade nach unten oder doch stark 
abwärts gerichtet wäre, zunächst auch nur das lig. teres stärker spannen und die 
Llasticität des lig. susp. würde direct nicht weiter in Anspruch genommen werden, 
Jedenfalls nicht in der bisherigen Richtung. Ueberhaupt aber ist das lig. susp. vor 
e mer (mit dem lig. teres, parallel verlaufenden) Zerreissung dadurch sehr geschützt, 
^ass seine obere Insertionslinie am Diaphragma sehr leicht einem Zuge nach unten folgt. 
Eine derartige Streckung des lig, teres ist nun vielleicht nicht die einzige Art, 
Wle eine Ruptur im lig, Suspensorium entstehen kann. Traumen etwa, welche die 
Oberbauchgegend oberhalb des linken Leberlappens treffen und denselben kräftig nach 
re chts herüber drängen, wären vielleicht auch im Stande, eine solche zu bewirken. 
»In seiner natürlichen Lage (sagt Luschka), d. h. bei geschlossenem Bauch bildet das 
%• suspens, eine Tasche, welche den linken Leberlappen aufnimmt und mit ihrer 
c onvexen Seite sich unmittelbar an das Zwerchfell und die vordere Bauchwand an- 
lehnt“ u. s. w. Würde die Leber also von rechts nach links herübergedrängt, so 
Würden die beiden Insertionen des lig. susp. nämlich einerseits am Diaphragma, ande 
rseits an der Leberoberfläche von einander entfernt und das Ligament straff ge 
kannt, beziehungsweise zerrissen werden. Der Riss würde aber in dem zwischen 
Leber und Diaphragma gelegenen Theile erfolgen und nicht neben dem lig. teres. 
Line bedeutende die Leber treffende Gewalt würde aber auch, abgesehen von den 
e ben ausgesprochenen Bedenken, voraussichtlich unmittelbar zu schwereren Schädi 
gungen an der Leber, Rupturen und Blutungen u. s. w. geführt haben, als in der 
Leiche sich offenbarte, denn eine adhaesive Perihepatitis, wie sie sich fand, hat sicher 
Unzählige Male eine andere Ursache, als ein stärkeres Trauma und an der Leber selbst
	        

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