Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Derselbe nahm 12 mal an Länge ab und zwar 
3 mal um 0,50 Cm. 
1 „ „ o,75 ,» 
7 >, ,, 1,00 11 
1 „ „ 2,00 „ 
12 
Der Leibesumfang, auf der Höhe des Nabels gemessen, nahm in 35 Messungen im Liegen 
25 mal ab und zwar 
3 mal um 0,50 Cm. 
3 ,, 11 1,00 , , 
4 5, „ L50 ,, 
4 ,, ,, 2,00 ,, 
3 11 >> 3,oo ,, 
2 „ >, 3,25 >, 
2 „ 3,50 „ 
t ,, ,, 4,00 ,, 
1 „ „ 5,00 „ 
2 „ „ 6,s „ 
10 mal nahm er zu und zwar 
3 mal um 0,5 Cm. 
3 ,, ,, C5 ,, 
2 ,, ,, 3,o ,, 
i ,, ,, 4,o ,, 
i ,, ,, 5,o ,, 
10. 
■ Die Ursache dieser Veränderung in der Gestaltung des Bauches beim Uebergang von der 
aufrechten Körperhaltung in die Rückenlage ist sicherlich nur zu sehr geringem Theile 
der durch das stärkere Strecken der Wirbelsäule bewirkten Verlängerung des Bauchraumes zuzu 
schreiben. Die Hauptursache wird in der beim Niederlegen nach der Gravitation erfolgenden 
Lageveränderung der Unterleibseingeweide zu suchen sein. Während in aufrechter Stellung 
das Gewicht der Eingeweide gegen das Beckenende des Rumpfesdrängt und dabei grossentheils 
auf der Vorderfläche des Bauches lastet, sinkt im Liegen die Masse gegen, die Wirbelsäule 
zurück und belastet jetzt die Seitenwände des Bauches und das Zwerchfell. Erstere werden 
dabei weniger betroffen, da sie durch die im Liegen zunehmende Entfernung der untersten 
Rippe vom Hüftbeinkamm stärker gespannt und widerstandsfähiger geworden sind. Um 
so mehr lastet also auf dem völlig nachgiebigen Zwerchfell. Durch eine . vergleichende Per 
cussion liess sich fast in allbn Fällen nachweisen, dass die Kuppe des Zwerchfells beim Nieder 
legen weiter in die Brusthöhle hinauf gedrängt wird und zwar war die Grenze zwischen 
Lungen- und Leberschall in der Mamillarlinie und Axillarlinie dem Schlüsselbeine in einzelnen 
Fällen um mehr als 1 Cm. näher gerückt. Auch die obere Grenze des Herzens war öfter im 
Liegen nach Oben gerückt, also wurde auch das Herz im Liegen höher in den Brüstraum 
hinaufgeschoben. 
Diese Messungen und Untersuchungen ergeben also, dass der Brustraum durch die hori 
zontale Rückenlage in seinen räumlichen Beziehungen gegenüber seinem Raumgehalt in aufrechter- 
Körperstellung direct beschränkt, dass er der Exspirationsstellung genähert wird und dass der 
inspiratorischen Erweiterung desselben durch Muskelzug im Liegen grössere Widerstände entgege n 
stehen als im Stehen.
	        

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