Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Verschiebungen der Haut und besonders der Mammen die Genauigkeit immerhin etwas. Doch 
verwirklichte sich die naheliegende Befürchtung nicht, dass die Messungen durch die Athmungs- 
bewegungen der Versuchspersonen wesentliche Störungen erleiden würden. Denn alle hierzu ver 
wandten Personen athmeten während der ganzen Dauer der Manipulationen, wahrscheinlich in 
Folge der durch die unbekannten Vorgänge gespannten Aufmerksamkeit, so oberflächlich, dass 
am Tastercirkel eine nur höchst unbedeutende Schwankungen bemerkt werden konnten. Bedeutender 
>st die Störung und Beeinflussung der Messungen, welche durch die gezwungene Haltung verursacht 
wurde, zu der einzelne Personen sowohl beim Stehen als beim Liegen hinneigten, und in der sie 
die Wirbelsäule in extremen Grade streckten. Durch eine solche Hyperextension wird das räunr 
dche Verhältniss der Wandtheile des Brustkorbes zu einander ganz wesentlich geändert und 
besonders auch der sagittale Durchmesser desselben auf der Höhe des Schwerdtknorpels verkürzt. 
In einem Falle wurde eine Differenz in der Länge des sagittalen Thoraxdurchmessers bei 
aufrechtem Stehen mit hyperexendirter Wirbelsäule und beim Sitzen in nachlässiger Haltung von 
47-2 Cm. beobachtet. In 20 Messungen wurde der Sagittaldurchmesser bei .Hyperextension der 
Wirbelsäule kleiner gefunden als beim Sitzen 
2 mal um 0,25 Cm. 
4 i) » 0)5(3 „ 
( )) i 1,00 „ 
2 „ ), 1,25 „ 
3 ), „ 1,50 „ 
( )) )) 2,2^5 „ 
( )) v 4)50 ,) 
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Unverändert zeigte .sich derselbe in 6 Fällen. 
Da Anweisungen für eine einzunehmende Körperhaltung immer nur den Effect hatten eine 
noch gezwungenere Stellung hervorzurufen, so wurden überhaupt keine besonderen Weisungen 
e rtheilt, sondern die Betreffenden nur aufgefordert sich grade hinzustellen. Trotzdem gelang es 
nicht überall eine steife Haltung zu vermeiden. 
Die Zahl der von Professor Bartels und mir vorgenommenen Messungen des sagittalen 
Durchmessers des Thorax auf der Höhe des Schwerdtknorpels beträgt 70. Pis zeigt sich hierbei 
dass der Correspondenzpunkt der Basis des processus ensiformis hinten an der Wirbelsäule in der 
grössten Anzahl der Pälle (55) im Liegen dem küssende des Körpers beträchtlich näher gerückt 
1S V als bei der Messung im Stehen gefunden wurde, und zwar 
I mal um 0,10 Cm. 
^ 55 55 0,25 55 
H 55 „ 0,50 „ 
I H jj O.6O „ 
5 55 55 o,/ 5 „ 
^ 5? 55 I}00 „ 
1 55 55 1)25 55 
2 „ 1,50 „ 
4 55 55 1 »75 55 
6 „ „ 2,00 „ 
4 55 55 3d 00 55 
2 5) 55 35 5° 55 
2 55 55 45OO „ 
* 55 55 4» 5° 5)
	        

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