Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Die einmal begrünbete ,3uj}cmbtgfett ber fclmlbnerffctjert Befrctungdgrmtbe 
für ben Bürgen tfi dauernd. 
§ 18, 2Str baten nun nodt) in Äußern tote grage ju betrachten, inrutewett ber bureb ein 
Wanbtged fdmlbnertfcbed Befreiungdmittel gefieberte Bürge berürt wirb, wenn ber ©dmlbner ftd) ein? 
fettig biefed ©cbubmttteld in rechtdoerbinblicber ffietfe begibt, wenn alfo 3. B. nach Slblauf oon jwet 
fahren eine grau unb ©chulbnertn bte 3nterceffion wieberbolt; ober ein ©cfmlbner, ber ein pact, de 
n °n pet. gefddoffen bat, naebber ein anbered entgegengefe^ten 3nbaltd abfcbliefjt, u. f. w. 
ffitr febetben junädbft bte ttn Slbfdmitt I bebanbelten Befretungdgrünbe ganj and. ©te ftebn, wie 
hür fabn, oon oorn herein felbft invito debitore bent Bürgen ju, well ex sua obligatione 
nnb ftnb eben bedbalb auch in fünftel ber bauernben 3«üänbigfeit unabhängig oon bed ©djulbnerd 
Villen. — Sollte er nun wölbte übrigen blöd tmgntereffe bedfbauptfcbulbnerd oorfdmben fönnen — alfo 
n ur folange biefer felbft fte bat —, nie aber ein jus exceptionis erwerben? Erinnern wir und an 
had in ber ginlettung Bemerfte, bafs fofort mit ber Sntfiebung ber Bürgoerpflichtung auch ein felbft? 
ftänbtged 3ntereffe bed Bürgen entfielt, nämltcf) nicht 3alen ju brauchen, unb wenn nun fcbulbnertfdte 
^efreiungdgrünbe ihm überhaupt juftänbig ftnb, fo ftebn fte ju oon bent Slugenbltcf an, wo fte für ben 
©cfjulbner ju wtrfen anfangen, »erwadtfen unb oerbtnbett ftd) aber bann auch mit feinem eigenen 
Ontereffe, fo bafs ein felbftftänbiged Utecht bed Bürgen jur griftenj gelangt, über welcfed natürlidj nicht 
her ©djuibner beliebig ohne bie 3ufrt mmun g 3ened oerfügen fann. 3Hit biefer gntwicfelung ftimmt 
therein bte 1.62 D. de pact. 2, 14: si reus postquam pactus sit a se non peti pecuniam ideoque 
c oepit id pactum fidejussori quoque prodesse, pactus sit ut a se peti liceat, an utilitas prioris 
Pacti sublata sit fidejussori quaesitum est. Sed verius est, semel acquisitam fidejussori pacti 
e Xceptionem ulterius ei invito extorqueri non posse. £>ad gragment läfst feinem 3wrtfel Kaum. 
3)te ©cbwierigfeit entftebt nur baburd), bafs eine anbere ©telle 123 ) bad ©egenteil oorjutragen fdjeint, 
bedbalb fepon oon ben ©riechen Bermittlungd? unb grflärungdoerfucbe begonnen ftnb. 21m Beften 
n >mmt man wol an, baff im le£terwänten gragment ber Bürge in bad naebbertge $aftum eingewilligt 
habe. 124 ) 3ebenfalld fann man aber ©irtanner 12S ) nicht bestimmen, wenn er bie jweite ©teile für 
hie Siegel, bie erfte für bie Sludnabme Cunb wie gefünftelt!) erflärt. 126 ) Dajit will er Sided auf 
heu ßeitpunft ber Belanguug anfontmen laffen, oon welchem an erft fraft ju ftngtreuber Uebertragung 
hie 3uftänbigfeit ber Befreiungdgrünbe eintrete, gute folcfje Slnnabme liegt bod> wenigftend in bem ein? 
fa^en dare, accommodare, prodesse, proficere u. f. w. ber DueUen nicht begrünbet. galten wir 
hedbalb an bem ©runbfab ber 1. 62 cit. feft, welche tro£ ©irtanner ber Utatur ber ©aefe beffer ent? 
fpricht, aid bie ©telle bed fPaulud. 127 ) 
123) ®ie 1. 27 § 2 ibid, #on faulua. 
124) ©0 bte ©halten ber SSaftlifen, Stusgabe »on Heimb. I, 833, ©. 602 unb 640. 
125) a. a. £>. ©. 520. 
126) SSgl. and) Jpafenbalg a. a. D. @. 328 f. 
127) Sßgl. jn biefer ganjen grage bie in Slrnn. 64 citirte ©djrift.
	        

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