Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

tjcr Stifter prüfen, ob auf einer ©eile ein unentfchulbbarer 3rrtum ober gar Solub bejügltd) beb Steftü 
tuttonbgrunbeb »orhanbcn mar, unb bem Setreffenben ben Staben auflegen. gnblich wirb eb ihm bann 
offenbar näher liegen ben Särgen zu befreien, wenn burdj biefe Befreiung ber ©laubiger in feinen son 
Slnbegtnn an überhaupt »orhanbenen 3lnfprüdf>en nicht gefcgäbigt loirb, wenn alfo 5. S. ein fötinber# 
jähriger (ber nicht necessarius heres ift) beim grbfchaftbantritt ben ©läubigcrn einen Särgen gibt, 
unb ftch barauf gegen ben grwerb reftituiren -lägt. 119 ) — demnach ift mehr ober mürber quaestio 
facti, für welche Partei bie Siüigfeit fprechc, bie Silltgfeit, '»on welcher allein bie ßuftänbigfeit ber 
Steftitution für ben Särgen abhängt. 
§ 17* 
Sab beneficium abstinendi beb ©chulbnerb. 
aßenn ber ©chulbner ein ©uub ift, welcher bezüglich ber erworbenen grbfchaft einen Särgen 
gegeben hot, unb nun ftch ber grbföaft entfchlägt, fo wirb nach bem foeben angegebenen ©efidjtbpunft 
auch ber Särge frei 120 ;), eb mühte beim in ber Sürg»erpflid)tung ber gharacter ber fidejussio in 
hunc eventum überwiegen. 
©tunbung ber |>auptfchulb. 
gßenn ber ©chulbner tro£ ber gälligfeit feiner Serpflichtung Slubftanb erlangt, fo fann ber ©läu# 
biger biefen freiwillig gewärt haben, ober in golge einer Stötigung »on äugen her (burch SQtebrheitbbefchlug, 
lanbebgerrlicheb ©tunbungbbefret). — Sie Regeln unb Selegftellen beb § 14 ftnb albbann auf bieg 
pactum de non petendo in tempus analog anjuwenben. 
fpräflufton beb ©läubigerb gegenüber bem ©chulbner. 
aiachbem ein ©chulbner fernem ©läubtger einen Särgen ftellte, wirb ber goncurb über fein Ser# 
mögen eröffnet unb »om dichter unter Slnbrohung beb Slubfchluffeb ber betreffenben gorberungbrechte ein 
Proliant erlaffen, bag bie ©läubtger ihre 2lnfprüd>e attjumelben hätten. SSaes gilt bann für ben Särgen, 
wenn ber ©läubtger nicht ftch rechtzeitig melbet? Sie älteren fünften woüten, wie SSBeber l21 ) berichtet, 
bennoch tip fddechthtn jur Jalung anhalten, unb »erlangten feiner eoentuellen gntfchäbigungbanfprüche 
wegen, bag er ftch beim goncurbgericht melbe. — Sieber felbft bagegen unb SMhlenbruch 122 j be# 
haupten gerabe bab ©egenteil, bag bie gerichtliche präflufton unbebenfltd) auch bem Särgen eine gin# 
rebe gebe'. Seibe Sinnahmen lönnen nicht gebilligt werben. Sie ledere beruht auf Slnwenbung beb 
alb unrichtig erfannten Prtnctpb ber perpetuellen acceffortfcfjen Statur ber Sürgfchaft; bie erftere fällt 
baburch sufammen, bag ihre Anhänger eine Reibung beb Särgen, um Stegreg zu nehmen, auch nach 
Ablauf beb im Proliant feftgefegten Xerminb zuliegen, wärenb man boch jebenfallb mit bem gintritt 
beb Xertninb alle gorberuitgen, bie nicht btb bal)tn gemelbet ftnb, alb präflubirt aitjufehen hot. Siefe 
nachhfrige Reibung aber waren fte bebhalb genötigt juzulaffen, weil fonft ber Bürge berjenige gewefen 
wäre, ber in golge eineb Serfehenb beb Gläubigers ben ©(haben hätte tragen ntüffen, 3f>re 2lnficht 
hat alfo einfad) Sereitelung ber Sßtrfungen beb Proflamb zum Stefultat. 
gür unb ergiebt ftd) bie üöfung auf ©runb unferer Slubfürungen »on felbft: ber regregbered>tigte 
Särge fcbüfjt fich burch bab ben. ced. act., ber regreglofe ift fchuijlob unb mug zolen. 
119) aSgt. bie analog anptoenbenbe 1. 89 I). de acq. her. 29, 2.
	        

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