Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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^pecielleS an bte .panb geben. — UlnberS in betten fallen bte gewönltche üReinung, ba fte ja oon bent 
ausgeht, bajj ber 2Begfatl ber hauptfcfntlb auch bte ©firgfdjaft enbtge. ©o erflären ©eher 98 ) 
nnb Rtühlenbrucf) ") eS für gar feinem 3 ro etfel unterworfen, bajj bte ©erjährung immer auch bem 
Bürgen nütje, unb ebenfo äufert ft'cft bezüglich beS jweiten gallS ©angerow 10 °). — UebrtgenS haben 
*®‘ r uns ju erinnern, baf bei ber ©erjähruttg unb bem fretfprechenben Urteil sott manchen ©eiehrten 
e * ne nacfbleibenbe natürliche ©erbinblichfeit behauptet wirb. SDiefe müffen confequenter SGBeife ebenfalls 
S« bem »on uns aufgeftellten Refultat gelangen. Rnnähernb trifft benn auch ©aoignp’S ©arfMung 101 ) ^u. 
3)er ©ürge fann alfo in ben fällen btefeS SlbfchnittS meiftenteilS beS ©chulbnerS ^Befreiung auch 
Jttm 3®ecf per eigenen auSbeuten. 3alt er bann in entfchulbbarem 3rrtum, fo hat er eine condictio. 
® le ©löglichfeit ber Regrefmahme regulirt ftch nach ben früher angegebenen ©runbfä£en. 102 ) 
Wdjnitt IV: Slujjewbentltdhe 23efmwtgsgrimbe bes ©chulbnerS. 
§ 16. 2)ie RechtSwoItat ber üöteberetnfehung in ben oorigen ©tanb. 
gür unfere grage fann nur in ©etracht fomnten bte Reftitution ber Minderjährigen unb bte 
fte flen Irrtum, ba btejenige ber ©rohjährigen befanntlich nur gegen ©erfäumntffe gerichtet ift, bet welchen 
eine ©ürgfchaft nicht oorfommen fann, unb bte wegen ©etrug unb 3n>ang, wenn fte überhaupt noch 
^aftifch, jebenfallS unnötig gemacht wirb für ben ©ürgen burch bte exc. doli unb metus unb beren 
°^en entwicfelte fchlechthtnnige 3uftänbigfeit für ben ©ürgen. — 3m römtfchen Specht beburfte befanntlich 
^ er minor nur bis jum »ollenbeten 14ten, refp. 12ten Lebensjahr eines XutorS, unb fonnte bann bis jutn 
^5ten ftch ohne eines folgen üRitwirfung oerpflichten unb restituiren lassen, £>a er bagegen jejjt bis 
äutn 25ten allein sich überhaupt nicht wirffam »erpfftcfüen fann 103 ), bebarf er in btefem gall auch 
feines Rechtsmittels. Rur der Minderjährige hat Reftitution nötig, der sich unter Zustimmung 
seines ©ormunbeS oerbtnbltch machte. 104 ) 
Sötr haben jwei gälle ber erlangten ©Meberetnfefmng ju trennen: 
1) 2Der ©chulbnsr läft ftch nur gegen ben ©laubiger reftituiren. £>tefer flagt beShalb ben 
Bürgen ein unb fann ihn jur 3alung jwtngen. Denn auch bte RcchtSwoltat ber Älagceffton nü|t hier 
fcem ©ürgen nicht, ba ben ©laubiger feine ©cjmlb trifft. Die Reftitution wirft alfo in btefem galle 
höchst persönlich, worin auch ber Regref? feine Slenberung heroorbringt; fte ift alfo hier fogar info* 
fbMt personae cohaerens, baf ihre materielle SBirfung bem ©chulbner hinterher mittelbar Cburch ben 
rücfgreifenben ©ürgen) oereitelt werben fann. l0S ) Damit nun ber regrefberechtigte ©ürge biefen 
®d>aben, erft jalen, bann wteberforbern su müffen 106 ), oon ftch abwenbe, bleibt ihm fein anbereS 
98) a . a. £>. ©. 498 f. 
99) Geffton, ©. 437. 
100) a. a. D. § 173, IV, 8. 
101) a. a. £>. ©. 90. 
102) Slnmerlung ju Slbfdjn. III.: SBtr haben in bemfelben Me »iclumworbene 1. 60D.de fid. ganj unermant 
SelafTen. 2Benn man nicht ju ben »erfchfebenen ebcamotirenben 2luSlegungSöerfu<ben feine 3uftuiht nehmen tritt, 
bleibt unb nur übrig, auf bab (Sefiänbnijs ber römifchen Suriften ju refurriren: omnem in jure definitionem peri- 
culosain esse. 
103) Cg, § 10. 
104) 33gl. 3lnm. 71. 
105) Arg. 1. 1 C. de fid. min. 2, 24; 1. 2 ibid. 
106) 3?gl. § 4.
	        

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