Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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n i(p, ba ber Schulbner wegen mangelnben 3ntereffeS — er war ja garniert oerpflichtet — feine actio 
wiandati directa hatte. — 3n ben Slnfangöworten nun mufj man feftpclten, baff üfJarcelluS baö 3$er* 
Mtnif? von Bürgen und Schuldner zueinander befandet: ©er Surge beü Sßabnftnnigen bat auf 
tine ©erpflicputtg pn, bie feine war, geaalt, alfo keinen Regress (pcf)jknS ( m g a u fer Unfenntniff 
dtte condictio), ©er Siirge beö unwirffam »erpflicpeten ©efcPed)tüunmfen bat gegalt, um feiner 
feiten »ollfräftigen SSerbinbli^feit nacpufommen, kann aber auch nicht rückgreifen, unb biefer 
2fenlict)feit wegen ftellt ber 3urifi bie gälle ^ufammen. 70 ) 
Uebrigenb oerftep ftcf) son felbft, ba§ wir bist bon dem galt ber SSerpflicbtung eineb ©efddecpö* 
unreifen (int putigen Steep alfo eineü fStinberjährigen überhaupt) nicp reben, wenn unb foweit er 
Punblofen ©ewtnn auf frembe Soften gemacht bat unb noch bat. ©ann iff eine Ä'lage gegen ibn 
fc «rcbaug juläfftg. 71 ) 
§ 11, 3n ben herben noch übrigen gällen begrünbet bagegen bab Slegrepecp beü Sürgen 
fce $balb nicp fein Sefreitwerben, weil bab Sleep nicp nur ntcpö bagegen bat, fonbern fogar wünfdjt, 
kafi ber Sdmlbner inbirect gefaxt werbe, ©er Sürge muff baber auf jeben gall jalen; ob er rücf* 
Steifen fann, ift feine Sache. — hierher gehört erftenü: wenn bab im ©efifj etneb pecul. profect. 
'’eftnbliche £auüfinb fi<b bem Sater gegenüber »erpflicpet unb einen Sürgen ftellt. 7 ' 2 ) ©er SSater 
Gläubiger) wirb in ber Siegel um SBeitlänftigfeiten ju oermeiben, unb nach bem Sap dolo facit, 
Sui petit quod redditurus est, ben regrefberechtigten Sürgen nur auf baü belangen, wab alb SReft 
feer gorberung, nach fttllfcbwetgenber Tilgung foweit bab fpefulium reichte, übrig bleibt. 73 ) fftegrefj 
nehmen fann albbann ber Surge an bab £aubftnb nur foweit biefeb caftrenfeb ober aboenticifcpü 
Preguläreö ©ut bat unb ber gall beb § 10 nicht btnbernb eingreift. — JUagt bagegen ber ffiater SlUeb 
du, fo greift ber Sürge jurücf an bab ^aubfinb, b. t. mittelbar an ben Sater felbft, auch auf ben 
^ejlanb beb fßeful. profectitium. T4 ) 
3ßenn enbltch 3emanb ftch für benfenigen oerbürgt, ben nur eine fog. causa pietatis, ein in 
^nftanb unb Sitte begrünbeteb SDfotiö ju einer piftung üerpflicpet, fo gilt bab ©leictje wie oben; ber 
^itrge bat fchlechterbingb ju galen. 
2lub bem Stbbertgen ergibt ftd), bafi ©irtannerb Ueuprung, 75 ) in allen gäben natürlicher Ser* 
^inblidjfeit fei ber Stegrefj allein bab ©ntfcptbenbe, nicht jutrifft. 
SlSfdjmtt III: fBefretnngbgrmtbe beb ©cfntlbnerb, bie vollständiges Ungültigwerden ber 
ctbtlen ober naturalen, ober Slatnralwerben ber ctotlen ©cbulb jnr golge haben. 
§ 12. ©iefer Ubfchnitt enthält oor 2lllem biejenigen ßreigmp, welche bie Sürgfcbaft iper 
Statur unb ihrem 3®ecf nach alb gegenstandslos wegfallen machen; fo bie 3alung ber fhauptfcfjulb, 
70) Unleugbar lagt jtd) fo bie« beftrittene gragment mit ber richtigen Sehre in Sinflang bringen. 33eguemer 
’oäre allerbtngb, »or fidejusserit ein „sciens" einpfcbieben ober ju fubintettigiren, unb bie ©teile bann »on ber 
Udejussio in hunc eventum ju »erflehen, in welchem gaü alle ©ihioierigfeiten einem ungezwungenen Sinne wetipn. 
71) Sßgl. ©aoigng a. a. £>, ©. 64. — 9tld)t bfeg, fonbern bab unrichtige hereinztegen ber SRejlttution in 
uttfere grage bat biefelbe »on Jeher »erbunMt, beren boch ber Winberjabrige hier garnicp bebarf. ®tef Stedftb« 
Mittel fommt für ihn nur bann pt Inwenbung, wenn ber ©efchledjtbunreife ftch unter Zustimmung beb Sßormunbb, 
alfo »ottftänbig toirlfam »erppchtete, Unrfdjtig j. 33. ©aoignp a. a, ö. 76. 
72) ®ab Umgefebrte, Sßerbürgung für eine ©cbulb beb Saterb an bab -Spaubfinb, i(i bagegen nicht möglt^, 
9 3t. 1. 6 § 1 D. de fid. 46, 1. 
73) @a»ignt) a. a. £). ©. 59, 49. 
74) 1. 3 § 7 D de pec. 15, 1. 
75) a. a. D. 44.
	        

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