Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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jc'a&eö unter einanber unb mit ber hergebrachten Meinung in oollfommenen (Sinflang gebracht werbe« 
tonnen. ©te lauten folgenbermajien: 
L. 22 D. de pact. 2, 14: nisi hoc actum est, ut dumtaxat a reo non petatur a fidejussore 
petatur, tune ... fidejussor exceptione non utetur. ©orber geht 1. 21 § 5: in rem pacta omni- 
Us prosunt, quorum obligationem dissolutam esse ejus qui paciseebatur 
•nterfuit, itaque debitoris conventio fidejussoribus proficiet. 
1. b2 ibid: Quod dictum est, si cum reo pactum sit ut non petatur fidejussore quoque 
onipetere exceptionem, propter rei personam placuit, ne mandati judicio con- 
uniatur. Igitur si mandati actio nulla sit.. dicendum est non prodesse exceptionem fidejussori. 
1. 2o ibid: Fidejussoris .. conventio .. nec (con-) fidejussoribus proderit; neque enim 
quoquo modo, cujusque-interest, cum alio conventio facta prodest, 33 ) sed tune demum, 
CUm P er e “ m c «i exceptio datur prineipaliter ei qui pactus est proficiat. 
1. 15 § 1 D.\de fid.46, 1: Si ex duobus qui apud te fidejusserant in viginti, alter ne 
go peteres quinque tibi dederit vel promiserit, nec alter liberabitur, et si ab altero quindecim 
Petere institueris, nulla exceptione summoveris. 
®ic beiben erfteit ©teilen behanbeltt ein fdntlbnertfcheß pactum de non petendo; baß in personam 
»mine bem ©ürgen nie p ©ute, baß in rem nur mitunter. £)ie beiben fejjten befagen, baji eines 
Jürgen pactum de non petendo (sc. in pers.) feinen üflitbürgen nichtß mibe. — 5)ian fonntc fid) 
hier nun nie erflären, wenn baß ben. ced. act. gegen »erfchulbeten Älagoerluft beß ©läubigerß fd;ü£e, 
Warum bann nicht ber in Slnfprud; genommene ©ürge, refp. ©lifbürge biefeß geltenb mad;e, ba ja in 
liefen gällen ber ©laubiger burch freiwilltgeß Slbfdjliejien beß fPaftumß felbft fid) feiner Ablage entäufert 
habe gegenüber bem ©dplbner, refp. in ber britten unb inerten ©teile gegenüber bem einen ©ürgen. 
J|; ng erflärt fich baß leicht! ©Sir haben in btefen ©teilen einen rcgrehlofen ©ürgen, refp. SJlitbürgcn. 
® n folrfjer fann nach unferer Ueberjeugung Älagabtretung überhaupt nicht, alfo auch fpecieU bann nicht 
bedangen, wenn ber ©laubiger bie ^lage gegen ben £auptfd)ulbner burd) eigeneß Xm, eigene ©chulb 
dngft verloren hat. SDlan wirb bie ßinfachheit unb Ungezwungenheit btefer ©rflärung nicht in Slbrebe 
hellen fbnnen. 3ubem liegt in ben ©teilen felbft beutlidjfter £inweiß auf bie jJlegreffrage. Denn in 
®er erflen ©teile fragen wir unß, wann ein perfönlidjeß fPaftum beß ©chulbnerß, neben bem ein ©ürge 
hebt, bernünftigen ©inn habe. £)och nur bann, wenn ber ?c£tcrc feinen !Wücfgriff hat; fonft eben nimmt 
ber ©laubiger btefen in Slnfpruch, ber ©ürge galt, greift prücf, unb auf inbirectem ©Segc ift bem 
®«$ulbner bie materielle ©Sirfung feineß fPaftumß »ereitelt! 3n ber zweiten unb britten ©teile ift fogar 
«ttt außbrücfltchen ©Sorten gefagt, wenn ber ©ürge ober SWitbürgc fich mitunter nicht auf baß fPaftum 
berufen bürfe, fo fei baß bann ber gall, wenn eine folche ©erufung bem, ber pactirt habe, gleichgültig 
lein, b. h. Weber nü£en noch fchaben würbe, weil doch gegen ihn kein Regress genommen werden 
könnte. — ©ollte enbltch wol im inerten gall ber (Sine fich in Unfoften geftärgt haben (V dederit vel 
promiserit), wenn er bod) nachträglich noch herangezogen werben fönnte auf bie Hälfte ber Ceiftung? 
©Sir faffen alfo, nad)bem fo baß ©irtanner’fche £auptargument befeitigt ifl, mit faft allen Xtymc? 
*| fern ttnb fPraftifern baß benef. ced. act. alß audj gegen »erfchulbeten Älagoerluft fdphenb auf. 34 ) 
ebrigenß will auch ©irtanner nicht behaupten, bah ber ©ürge ben ©laubiger fogar gegen beffen eigeneß 
®erfdmlben ftd^er ftelle; inbe§ leitet er baß ©egenteil auß ben ©Sorten ber 9!o». 4 c. 1 ab unb erflärt 
brmnach bte 3ted)tßwoltat ber ©oraußllage in biefem gallc für eine peremtorifdfc (foil heiften: immer 
33) ©0 ifl ju intetpungfren! 
34) lieber ben entfetjeibenben ©efufltspunft für ba« heutige Stecht f. noch Strnbt« a. a. £>. 
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357, Slum, 2.
	        

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