Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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mittel beS ©cgulbnerS gegen ben gläubiger »orjufegügen unterließ £)a mug man aber unterfegeiben: 
£«* ber Sürge fiel) »erpfliegtet in golge fcgulbnerifcgen SluftrageS (SffanbatS), fo mug ber ©dgulbner igm 
Äunbe geben »on feinen (fieg niegt fegon »on felbff »erftegenben) 2T ) ©egugmitteln. 28 ) Dager »erliert 
bann ber Surge feinen Siegreg nur infoweit er trauern fte anjuwenben abficgtlidger ober farläfftger SBetfc 
unterlägt, niegt aber wenn bloS aus entfcgulbbarem Irrtum. 29 ) — Slnberö hingegen, wenn er ftcfj bloS 
als ©efcgäftSfürer »erbürgte. ßin folder brauet ftdg» niegt einjumengen, wenn er niegt orbentlieg Sefegeib 
weig; unb beSgalb fommt eS bei igm nur barauf an, ob tatfäeglidg ©rünbe jur Seffreitung ber ©egulb 
»organben waren, unb niegt »orgefegügt ftnb. SBenn baS ber gall, gegt er ogne SBeitereS feines 3lücF* 
grip »erluffig. 30 ) 
3« ben unter 1 — 3 aufgejälten pllen alfo ffegt ber 9legregFlage beS Sürgen auf ©eiten beS 
©cgulbnerS eine exceptio doli entgegen. Die Älage iff bie actio mand. ober negot. gest. contr., 
womit alle möglichen pile umfagt ftnb. Slnftatt aber auf ©runb biefer, inSbefonbere beS ^weiten etwas 
sagen SEitelS ßrfag beS Slufgewenbeten ju »erlangen, ferner befonberS aueg, um fug bem ©laubiger 
gegenüber ffeger ju ffellen, bag berfelbe niegt »on igm forbere, waS »om £auptfcgulbner ju forbern er 
unberechtigt fei, Fann ber Särge bttreg bie exc. ced. act. ben ©laubiger nötigen, feine Älaganfprüege 
gegen ben ©cgulbner igm, bem Sürgen, ju übertragen. Slber gier müffen wir ffatuiren, dass nur der 
jenige Bürge die Rechtswoltat der Klagabtretung geltend machen kann, welcher schon die 
actio sei es mandati sei es negotiorum gestorum anzustellen berechtigt ist, b. g. ber an unb für 
ffög beS SlücfgriffS entbegrenbe Sitrge Fann aueg nidgt »erlangen, bag ber ©laubiger igm feine plagen 
abtrete, weil diese ihm ja doch nichts nützen würden. fflur wenn einerfeitS ben ©laubiger bie 
Slbtretung feiner Klagen niegt fegäbigt, anbrcrfeitS aber biefelben bem Sürgen »on Saugen fein würben, 
Fann ber Segtere mit feiner exc. ced. act. barauf beftegen, fonff aber feglägt ign ber DJatur ber ©aege 
naeg ber ©laubiger mit einer replic. doli aus bem gelbe. Der ©inn beS benef. ced. act. iff grleicg* 
terung ber Slegregnagme; wo »on 3ffegreg überhaupt Feine Siebe iff, fällt eS bager felbffoerffänblteg weg. 
— Dbwol bie Duellen eine birecte Seftätigung beS eben entwicfelten ©ageS niegt $u gewären fegeinen, 
fo möcgte bodg für biefe Sluffaffung noeg folgenbeS Argument geltenb ju maegen fein: 
SeFanntlicg ffreitet man über ben Umfang beS ben. ced. act. ©irtanner 31 ) fuefft nacgjuweifen, 
bag baS Seneficium nur Abtretung berfenigen tlagen erwirFt gäbe, bie ber ©läubiger noeg gatte, niegt 
aueg berer, bie er noeg gätte gaben müffen, wärenb ja bie gergebraegte Meinung unb bie J'rartS confer 
quent baS ©egenteil annegmen. ©ie ftnb bamit zweifellos im SRedgt. Slbgefegen ba»on , bag baS 
SHanbat unbeftritten bie weitere SluSbegnung ber SleegtSwoItat gatte, 32 ) unb wir bager ber gewönltcgen 
Sluffaffung »on »orn gerein jujufftmmen geneigt ftnb in Slnbetracgt ber »on unS angenommenen Ser* 
fcgmeljung beS GrebitauftragcS unb ber beiben anberen SürgfcgaftSarten, — maegt borg baS einmalige 
SorFommen ber SlecgtSwoltat in bem angegebenen grögeren Umfange wagrfcgeinltcg, bag fie in ben 
übrigen — ffreitigen — SlnwenbungSfällen gleicge SMrfung gegabt gäbe. — Daju Fommt nun aber noeg, 
bag btejemgen ©teilen, weldge »on ©irtanner als gauptfäcglicgeS ©egenargument unb als abfolut unser* 
einbar mit ber gemeinen Slnficgt ben 2tngängern berfelben »orgegalten werben, unb in ber Xat feit 
5)laccntin unb 2lgo Dbjecte wtllFürlicger SeretntgungSoerfucge gewefen ffnb, »on uns »ermittelff obigen 
27) f. 1. 8 § 8 D. mand. 17, 1. 
28) Arg. 1. 29 pr. i. f. unb § 2 D. mand. 
29) »gl. 1. 29 § 1 D. mand. 
30) f. I. 23 D. de neg. gest. 3, 5. 
31) a. a. £>, ©. 211 ff„ 468 ff. 
32) SSgl. }, 33. 1. 95 § 11 D. de sol. 46, 3.
	        

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