Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

Jiorsteinn, einer der Söhne des eben besprochnen Siöu-Hallr, geb. 994, gest. nach 1047 
(s: Safn I, 491. 497), ist Held einer besondern kleinen Saga, der jjorsteins saga Siöu- Hallssonar 
(in meinen Anall. norr. [1859], 169—184 u. VII-VIII und in K. Glslasons 44 Prover [i860], 
42-58); nur in einer spätem Abschrift erhalten und zwar unvollständig, da der Anfang und ein 
längeres’Stück gegen das Ende hin fehlen, ist doch ihr Rest im vorliegenden Falle um so schätz 
barer, da in ihm allein erzählt wird, worauf Isld. anspielt: die von {mrsteinn an t>6rhadd und seinen 
Söhnen gerächte Vorläumdung (ilhnseli). _ _ . 
Nachdem |). — erzählt die Saga — von seinen Heerfahrten mit Sigurör jarl Hlööversson 
theils nach Schottland thcils nach Irland, wo er ‘20 Jahr alt’ mit in der Brians schiacht (im Jahre 
10(4) focht, Uber Norwegen nach Island zurückgekehrt, geräth er hier in Streitigkeiten mit ]jorhaddr. 
der sich weigert das ihm von [mrsteinn nur für die Zeit seiner Abwesenheit verliehene Godord 
zurückzuerstatten. Jmrhaddr endlich hierzu gezwungen und zugleich genöthigt, seine bisherige W ohn- 
stätte die ihm fcorsteinn über dem Kopf anzündet, zu verlassen und sich anderwärts anzusiedeln, 
sucht sich dafür an [icrstein in der Weise zu rächen, dass er über ihn das Gerücht verbreitet, er 
werde aller 9 Nächte ein AVcib, das mit Männern Verkehr pflege (An. 17o*’ ff., cf. Nj. 190-’). Bald weis 
es die ganze Landschaft und [mrsteiiin hat mit den Seinen auf das Empiindlichste darunter zu leiden. 
Aufgehetzt nicht allein von seinem Bruder Kolr, sondern auch von seiner verstorbnen Mutter, die 
ihm im Schlafe erscheint, beschliesst I>orsteinn Rache: mit einer Axt bewaffnet und im Gefolge von 
’*7 Mann, denen er jedoch unter Androhung seines Zornes jedwede Betheiligung untersagt zieht 
-v an einem stürmischen Tage nach Kärsstaöir, wo sich 3 Söhne des Imrhaddr in Ingjalds Hause 
aufhalten; unter dem Vorgeben, sich mit ihnen zu versöhnen, lässt er sie herausrufen geht mit 
ihnen nach einem Sandhügel und erschlägt die Wehrlosen einen nach dem andern den Naddr den 
Kvarör, nach kurzer Gegenwehr auch den Helgi - hier beginnt die Lücke in der Saga und die 
Tedung des Vaters und des 4. Sohnes Asbjörn erschliessen wir nur aus dem Gedichte. 
Die Händel mit Jidrhaddr mögen nach dem Jahre 1030 lallen (Safn I, 491), vor wie nac 
dieser Zeit wird aber des {mrsteinu noch mehrfach in den Saga’s gedacht (seiner Bet et igung 
Um Bingstreit mit Guhmundr riki in Ljösvetn., seiner Beziehungen theils zu König Olai helge 
l&örarinu NoQülfs^on] im dahre 1024 in dessen Sagas, theils zu König Magnus goöi im . a re * 
und 1047 in Morkinskinna und Flateyjarbok). . 
jiorsteinn selbst stirbt eines schmählichen Todes, indem ihm sein Knecht GiUe, ein Irländer 
(‘weil er ihn habe entmannen lassen’) während des Nachts die Kehle abschneidet. Diese Ermordung 
des Imrsteinu jedenfalls auf den verlornen Blättern der Saga erzählt, die auch eine auf sein ‘kurzes 
bezügliche Prophezeiung dem (mrhaddr in den Mund legt (An. 180“) - wird nebst den 
lhr vorausgehenden Träumen und der ihr folgenden Bestrafung des Gille in einer der uns erhaltneu 
4 draumavitranir berichtet, dem draumr ]>orsteius Siöu-Hallssonar mit seinen merkwürdigen Disen- 
versen (in meinen Anall. norr. 184- 186 und in Guöbr. Vigfüssons Ausgabe der Barbar saga 
s. 130 132). 
Str. 
Kunnr var mörguin manni 
margfirottr, leizt sa dröttum 
vingöartrauör at viguin 
vers, HolingOngu-Berai, 
/i 1 r n 
' 0ll xtructi on ; Hölmgöugu-Bersi margjiröttr var kun 
24. 
hinn er of hlakkar runna 
harögloöar ste Moöi 
bliks meö bruina ekka 
borös halfan tog fjoröa. 
ir manni niörgum — sfi leizt drottum v.egbartraubr 
7
	        

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