Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

lange Vikingsfahrt an den Küsten der Ostsee und legte sich bei seiner Rückkehr vor das dänische 
Seeland; hier (sonach in Hleiöra) ging er ans Land, erbrach den Grabhügel des alten Dänenkönigs 
Hrölfr kraki und holte sich aus ihm dessen Schwert, den Sköfnung, die Axt Hjaltes (Hjalti 
hugprüSi) und viele andre Schätze, während er das Schwert ‘Lauft’ den Armen seines eben auch 
Her begrabnen Besitzers, des Böövarr bjarki, nicht zu entwinden vermochte. 
Des Sköfnungr, eines der berühmtesten Schwerter im nordischen Alterthum (‘er allra sveröa 
bezt hefir verit borit a Norörlöndum’ Hrölfs s., Fas. I, 93 18 ) — wird mehrfach in den Saga’s 
gedacht, zugleich seiner wunderbaren Eigenschaften, der mannigfachen Vorschriften hei seinem 
Gebrauch, der Personen die es benutzt und der Thaten, die mit ihm ausgeführt usw usw; s: Hrölfs 
s, in Fas. I, 102 15 109 15 , jjoröar s, 48 17 55 24 ff., Kormaks s. 6 19 8 18 80 -.106, Laxd. 250 326 334 u. a. 
Str. 
Heit til fulls sä er fylla 
furr.unna lög kurmi, 
sen raun var |)ess, sönar 
Siöu-Hallr viö alia: 
22. 
ätti elbjoör hrotta 
ägsetr sunu mreta, 
dyrr sköp himna harri 
höfuösmanna veg sannan. 
Construction: Siöu-Hallr sä er kunni lög sönar heit til fulls viö [fylla fürrunna 1 alia raun ftess 
var sen: [hrotta elbjoör 2 ägaetr ätti sunu mseta, [himna harri 3 dyrr sköp veg sannan 
höfuösmanna. 
■Kenningar :1. fylla fürr: der Meere Feuer d. i: Gold, fylla für-runnar: Gold-sträuche d. i: Männer. 
2. hrotta el: des Hrotte (Schwertes) Sturm d. i: Schlacht, hrotta el-bjöör: Schlacht-hieter 
d. i: Mann. 3, himna harri: der Himmel Fürst d. i: Gott. 
Inhalt: ‘Siöu-Hallr, der zu versöhnen wohl verstand, behauptete Allen gegenüber sein volles Ansehn 
— dess lagen Beweise vor: er besass. treffliche Söhne, denen Gott wahren Ruhm verlieh’. 
Hallr ä Siöu, oder Siöu-Hallr, wohnhaft zu jövättä amAlptafjörÖr (südöstl. Island), 
ist Sohn des jjorsteinn BöÖvarsson hvita (Landn. IV, 7 in Isl. I, 256 10 u. ö.) und wie dieser seiner 
Zeit, um 930, so auch er selbst um 981 einer der angesehendsten Häuptlinge des isl. Ostlandes 
(Up. I, 4 11 ) geb. c. 945, gest. zw, 1012 und 1024 (Safn I, 411 und 491). 
Er tritt durch Zweierlei hervor, einmal und vor Allem durch seine erfolgreiche Thätigkeit 
Hr die Einführung des Ohristenthums auf Island, sodann durch den Antheil, den er an den 
Streitigkeiten und Kämpfen seines Schwiegersohnes Flosi Jjöröarson gegen die Söhne Njäls nimmt. 
In ersterer Beziehung wird mehrfach erzählt von der freundlichen Aufnahme und Unter 
stützung, die er dem von König Olafr Tryggv. nach Island geschickten Jjangbranör bei seiner 
Mission gewährt, ferner wie er selbst einer der ersten gewesen, die sich mit allen den Uebrigen 
taufen Hessen (s, Jöns s. Ögm. k. 1 in Bp. I, 151 8 und 216 17 ), wie er endlich, am Aiding von der 
jungen Christengemeinde zur Verkündigung der christlichen Gesetze aufgefordert, diese dem Gesetz 
sprecher Jmrgeir übertrug und sich später dann vor der Versammlung dem von Gizur hviti ausge 
sprochen Christengelübde gegen die Heiden anschliesst (Islb. k. 7, Kristn. k. 7 und 11, Nj. k. 101, 
Hkr, VI, 80, Laxd, k. 41, Flat, I, 421 ff. und 443 ff., s: K. Maurer, Bekehr, II, 710). 
Dem Flosi steht er überall durch Rath und That zur Seite, muss es jedoch erleben, dass 
Hm bei dem grossen Kampf am Aiding im Jahre 1012 der ihn begleitende Sohn Ljötr erschlagen 
Wll ’d, ohne dass er für ihn Busse fordern will, sobald nur die streitenden Partheien sich versöhnen
	        

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