Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

snarpan: [hjörregns Njörgr 2 snarr let smröa [darra hljomviöu 3 sextän, en vegna tvä — halr 
lek sart viö hölda. 
Kenningar: 1. göndlar garöa: der (Yalkyre) Göndul Höfe d. i: Schilde, göndlar garöa rannar: der 
Schilde Sträuche d. i: Männer. 2. hjör-regn: Schwert-Regen d. i: Kampf, hjörregns Njörbr: 
des Kampfes Njörd d. i: Krieger, Mann (vom G.). 3. darra hljömr: der Spiesse Klang 
d. i: Schlacht, darra hljom-viÖir: Schlachthäume d. i: Krieger, Männer. 
Inhalt: ‘Gunnar vertheidigte sich leicht gegen die Streiter, als Gizur den tapfern Helden angriff: 
16 verwundete Gunnar, 2 erschlug er — schwer lies er es den Kriegern entgelten.’ 
Gunnar auf HHSarendi in der Fljötshlfö (südl. Island), Sohn des Hämundr und der 
Rannveig, geh. 945 — gest. 990, ein eben so edelgesinnter, als tapferer und streitbarer Mann, von 
der Natur mit Kraft und Schönheit des Körpers nicht minder ausgestattet, als wohl geschickt und 
gebildet in allen Fertigkeiten des Leibes und Künsten des Kampfes, deren vollen Besitz die da 
malige Zeit vom Manne forderte, jüngerer Freund des weisen und treubewährten Njäll, Gatte der 
schönen, aber bösen und ränkesüchtigen Hallgerör, durch sie in eine fast ununterbrochne Reihe von 
Kämpfen verwickelt, in denen allen zwar er die Hoheit seiner Gesinnung, seinen Muth, seine 
Kampfestüchtigkeit glänzend bewährt, in deren letztem er aber der üebermacht seiner Feinde 
Unterliegt — wie schon bei den Zeitgenossen, hat er von jeher bei allen Lesern der Njäla, die fast 
allein von ihm berichtet und in deren erster Hälfte er zu den hervorragendsten Personen gehört, 
geradezu als der herlichste der Helden des alten Island gegolten, (s: Njäla, k. 19 ... 81; vgl: 
Landn. Y, 4 und 5, Isl. II, 191 11 , Flat. I, 266 26 , Eb. k. 47; Safn I, 415 — 418 und 495—497, 
Munch P, 184—192). 
Die Strophe der Isld. bezieht sich auf Gunnars letzten Kampf. Am Aiding im Jahre 989 
zu dreijähriger Yerbannung verurtheilt ist er schon im Begriff die Abreise anzutreten, als sein 
Blick zurück auf das heimathliche Hlföarendi und seine Wiesen fällt und er sich ausser Stande 
fühlt die geliebte Wohnstätte zu verlassen. Er bleibt, trotz aller abmahnenden Rede des Bruders 
Und der Freunde, und giebt sonach als Geächteter sein Leben Preis. Schon im nächsten Jahre, 
mit Frau und Mutter allein im Hause, wird er von einer grossen Anzahl seiner unter dem mächti 
gen Gizurr hviti versammelten Feinde angegriffen (80 Mann! nach Eb. k. 47, 90 J ); beraubt des 
freuen Hundes, den man ihm vorher getödet, mit Hohn zurückgewiesen von seinem Weibe, das in 
letzter Kampfesnoth von ihm angegangen, die zerschnittne Bogensehne durch eine neue aus ihren 
Bocken zu ersetzen, diese Bitte ihm aus alter Rache versagt, besteht er gleichwohl in unausgesetztem 
Kampfe den Angriff seiner Gegner, von denen er zwei tödtet, sechzehn tödlich verwundet, bis er 
ermattet und von Wunden überdeckt, noch immer sich wehrend, zuletzt erschlagen wird. ‘Einen 
mächtigen Helden haben wir jetzt zu Boden gestreckt und es hat uns Arbeit gekostet’ spricht 
Gizurr; ‘wie er sich vertheidigt wird in der Erinnerung bleiben, so lange Menschen im Lande wohnen’. 
Diesem Berichte der Saga (k. 78) sind zwei Strophen auf Gunnars Tod beigefügt, von 
zwei sonst wie es scheint unbekannten Dichtern, von jiorkell Elfara-skald und von joormoär Olafsson; 
Beide stimmen wie die Str. der Isld. genau mit den Angaben der Saga überein. 
‘Yon Gunnars Verteidigung — heist es in der Saga — dichtete [oorkell Elfara-skäld in 
dieser Strophe’: 
spuröu ver hve varöisk 
vfgmöär, kjalar slööa 
glaöstyrandi! geiri 
Gunnarr fyri Kjöl sunnan: 
sok(n)ryrir vann sära 
sextän ViSris mäna 
hrfSar heröimeiSa 
hauörmens, en tvä dauSa. 
Construction: kjalar-slööa glaö'styrandi! spuröum vär hve Gunnarr vfgmöör varöi sik (meS) geiri
	        

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