Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

Ihren Hauptinhalt bildet die Erzählung vom jarls niö, von dem sie allein berichtet, wenn auch im 
Sneglu-Halla fmttr (Msk.) darauf Bezug genommen wird- die Tödung des berserkr dagegen, in Flat, 
nur kurz berührt, wird ausführlicher erzählt in Svarfdsela (Isl. 2, 115 ff.), wenigstens angedeutet in 
Landnäma (Isl. I, 208). 
jjorleifr (Jj. skald Msk. 99», Elat. Ill, 424 11 - 1G , J>. jarls skäld SE II, 114 8 , J>. jarla 
skäld Flat. I, 213 8 , [o. Häkonar skäld im Skäldatal Upsal. p. 45°) —• ist der Sohn des Asgeirr 
rauöfeldr (;J>. Rauöfeldarson’ Hkr.) auf Brekka im Svarfaöardalr an der Westküste des EyjafjörSr 
(nördl. Island). Schon früh durch Geschick und Tüchtigkeit hervorragend, wird er seinem Oheim 
Miöfjaröar- Skeggi (s: unten str. 21) zur Erziehung übergeben und bleibt in dessen Haus bis zum 
18. Jahr; Oheim wie Vater wissen ihm auch mancherlei Zauberkunst zu lehren (Flat. I, 208—209.) 
Noch als junger Mensch erschlägt er den Klaufi oder wie ihn Isld. 18 8 bezeichnet, einen 
Berserk. Klaufi, Sohn des Viking Haffmrr snaekollr mit dem Beinamen böggvir: ‘auctor molestiarum’ 
SEg 66 a (böggvir Isl. I, 208 19 bauggvi Flat. I, 208 22 ; baugju in Svarfd. 143 6 wohl statt bauggva?) 
— ist eine der Hauptpersonen der Svarfdsela, die ihn (147 23 —148 2 ) als einen eben so hässlichen 
wie ungeheuerlichen Menschen schildert; er vollbringt eine ganze Reihe Gewaltthaten und selbst, 
nachdem er getödet, erscheint er, den abgeschlagnen Kopf in der Hand, als unheilvolles Gespenst; 
Wenn Isld. ihn als berserkr bezeichnet, stimmt damit nicht nur das allgemeine Auftreten des Mannes, 
sondern auch die besondre Angabe der Saga (156 22 ), dass er bei einem seiner mannigfaltigen 
Kämpfe vom herserksgangr’ befallen worden sei. Dieser Klaufi, nachdem er sich in Folge eines 
Gelübdes, einer heitstrenging, die Yngveldr fagrkinn (rauökinn Isl. I, 208 8 ) zur widerwilligen Gattin 
erworben (Svarfd. 151 19 ), wird auf deren Anstiften durch ihre Brüder joorlcifr und Olafr (d. i: Olafr 
völubrjötr Isl. I, 208 9 ), die bereits in andrer Weise seinen üebermuth erfahren und ihm dafür 
tödliche Rache bestimmt hatten (Isl. I, 208 und Svarfd. 157), durch sein eignes Schwert, Atlanautr, 
erschlagen, s: Svarfd. 158—160 u. 191 18 , vgl: hann (Jmrleifr) vä Klaufa böggva meS fulltingi Olafs 
hroöur sins Flat. I, 208 22 . 
Jrorleifr, von Klaufes Anhang verfolgt und genöthigt das Land zu verlassen (Svarfd. 167 8 ), 
verschafft sich ein Schiff mit Handelswaaren und fährt nach Norwegen. Hier trifft er in der Landschaft 
Vtk denHäkon jarl (Hlaöajarl), der da er vergeblich von Jmrleifr verlangt, an ihn seine Waaren zu 
verkaufen, im höchsten Grade erzürnt während Jmrleifs Abwesenheit dessen Schiff verbrennt, die 
Waaren wegnimmt, die Mannschaft aufhängen lässt. Jporleifr begiebt sich zunächst zu König Svein 
nach Dänemark, findet hier für den Winter die freundlichste Aufnahme, reist aber im Frühjahr 
Dach Norwegen zurück, um seine Rache an Häkon jarl zu vollziehen. Als greiser Bettelmann tritt 
er am Julabend vor den Jarl und sein reiches Gefolge und bittet ein Gedicht auf Häkon vortragen 
zu dürfen. Er beginnt und der Jarl erfreut sich des reich gespendeten Lobes; doch gegen das Ende 
hin verspürt er im ganzen Körper ein so schmerzhaftes und immer heftigeres Jucken, dass er den 
Gichter zur Rede setzt. Dieser verspricht es besser zu machen und beginnt die ‘fiokuvisur’ 
(caliginis strophai), bei deren Vortrag sich eine allgemeine Finsterniss verbreitet, und als jjorleifr 
•len dritten und letzten Theil seines Gedichts vorträgt, geräth alles Eisen in der Halle von selber 
gegen die Anwesenden in Bewegung und tödet sie zum grössten Theil; der Jarl fällt in Ohnmacht, 
während der Dichter zu entschlüpfen weis. Nun erst, als es wieder hell geworden, kommt der Jarl 
zur Besinnung und sieht nicht allein die Leichen der Seinigen um sich her, sondern bemerkt auch 
an sich selber, dass auf der einen Seite seine Kopf- und Barthaare abgemodert sind; den ganzen 
Winter über und weit in den Sommer hinein liegt er krank darnieder (Flat. I, 209 4 —212). 
jjorleifr hat sich inzwischen abermals zu König Svein nach Dänemark begeben, der ihm
	        

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