Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Inhalt: ‘Man wusste den Muth des streitbaren Bjarne skäld gar wohl anzuerkennen, als er dem 
Häkon jarl mit dem Trinkhorn ins Gesicht schlug.’ 
Weder von einem Dichter Bjarne, noch von einem Häkon jarl wird das in Isld, 
erwähnte Factum berichtet. Mit Rücksicht auf die Lebenszeit beider Personen Hesse sich nur an 
den im Skäldatal (des cod. acad. I., nicht des cod. Upsal.) als Encomiast des Königs Olafr Tryggv. 
genannten Bjarne skald denken, der — falls Häkon jarl Siguröarson (f 995) unter dem Häkon jarl 
der Isld. gemeint ist — sehr wohl mit diesem, dem unmittelbaren Yorgänger Olafs, eine derartige 
Begegnung gehabt haben könnte. 
Str. 17. 
Satt er at siö mun Gretti 
sverös röskvari veröa, 
hraustr var loföa lestir, 
leikjoundr ä Snaagrunrlu: 
sa reö sins of hlyra 
söknefnandi at hefna, 
J>ros hne J)ar til drösar 
J)orbjörn i gnjl fjörnis. 
Construction: satt er at siö mun veröa ä [Snsegrundu 1 [sverös leikjmndr 2 röskvari Gretti (d. i: en 
Grettir) — [loföa lestir 3 var hraustr —: sä [sökn-efnandi 4 reö at hefna of hlyra sins — 
fjorbjöm hne j>ar til [J>rös drösar 5 i [fjörnis gny s . 
Kenningar: 1. Snasgrund: Schneeland d. i: Island. 2. sverös leikr: des Schwertes Spiel a. i: 
Kampf, sverös leik-[>undr: Schlacht-Thundr (Odin) d. i: Mann. 3. loföa lestir: der Männer 
Yerletzer d. i: Krieger, Mann. 4. sökn-efnandi: der Krieg-schaffende d. i: Krieger, Mann 
(d. i: Grettir). 5. jorös dros: des Thror (Odins) Braut d. i: Erde. 6. fjörnis gnyr: des 
Helms Getöse d. i: Schlacht. 
Inhalt: ‘Lange wird es keinen tüchtigeren Kämpen auf Island geben, als Grettir: er rächte seinen 
Bruder an jporbjörn, den er im Kampfe niederstreckte.’ 
Grettir hinn sterki Asmundarson, geh. 996 — gest, 1031 (Safn I, 468 84, vgl. 
‘1033 [nicht 1031]: dräp Grettis Asmundarsonar Ann. isl.) — der stärkste Mann, den es je auf 
Island gegeben, (s: zu Isld. str. 15 und 16), gehört durch die oft ins Wunderbare und Fabelhafte 
reichenden Proben seiner ungeheuren Kraft, wie durch das mühevolle Lehen, das er 15 Jahre hin 
durch als Geächteter (ütlagsmaör) führte, zu den volksthümlichsten Gestalten des alten Island. 
Die Grettissaga oder Gretla, abgesehen von ein paar flüchtigen Berührungen des Grettir 
in andern Saga’s (Landn, [s: Isl. I, 158 not. 5], Bb. 114’, Flat. II, 159 160, Fas. II, 362 not.) 
ist es allein, die von ihm berichtet; ein Gedicht in fornyröalag, die Grettis-fsersla, bereits um die 
Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden, ist bis auf die zwei von G. Yigfüsson entzifferten Anfangs 
zeilen (Ny Felagsrit XXI, 125—126) für uns verloren, ein andres im dröttkvastt, das dem Gretter 
selber von der Saga in den Mund gelegt wird, hat sich nur bis auf wenige Strophen erhalten (s: 
Grett. 1859, s. 179—181 [5 Str.], vielleicht auch s. 30, 137, 154 u. a., vgl. jedoch Safn I, 480 Anm,). 
bnter allen Islendingasögur, wie G. Yigfüsson a. O. von ihr sagt, die in Wort und Geist am meisten 
isländische, ist sie auch nicht sowohl trotz, als jedenfalls in Folge der mancherlei märchenhaften 
Zusätze und Episoden, mit denen die in ihrem wesentlichen Bestand durchaus historische Saga 
versehen ist, von jeher eine der beliebtesten und verbreitetsten auf Island gewesen; noch sind ausser 
den Membranen über 30 Handschr. von ihr vorhanden (Grett. 1859, Yorr. und G. Yigfüsson in Ny- 
Bel. XYIII, 162 ff.). Neben der Saga lebt aber Grettes Andenken auch noch in der mündlichen 
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