Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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lässt jener trotz Hals Widerrede das geliehene Schwert wieder in Skefils Grab (i kumlit 290 15 ) 
legen; doch in der nächsten .Nacht erscheint der verstorbne Skefill dem Jwrkell im Traume, rühmt 
ihn ob seiner Kampfestüchtigkeit und Ehrlichkeit und vermacht ihm zugleich das Schwert (ok vil 
ek gefa j)ör sveröit 290 so ) 5 [>orkell findet es beim Erwachen und hat es lange getragen. 
Hiernach ist es nicht Glümr, der, wie Isld. ll b sagt, das Schwert vom toden Manne 
empfangen, sondern Glums Bruder jporkell. 
Glümr brachte einen Theil seines Lebens in Norwegen zu. Nach Isld. 11 h focht er bereits 
doit in der Schlacht hei Fitjar (9b0), ohne dass dessen in den Saga’s irgendwo erwähnt würde, 
während diese wiederum mit Isld. darin übereinstimmen, dass Glümr bei König Haraldr gräfeldr 
Gunnhildarson (961 965) gewesen; bei diesem trifft er mit Eyvindr skäldaspillir zusammen und 
streitet mit ihm in Versen, ob dem Haraldr oder seinem Vorgänger Häkon gööi der Vorzug ge 
bühre (Isk. k. 35 vgl: Hkr. V, k. 1), mit Harald kämpft er und zieht mit ihm, gleich dem 
Kormakr (s:Isld. 25), nach Bjarmaland im Jahre 964, worauf sich jedenfalls die Worte der Isld. 
ll a beziehen und wie er selber in seiner Gräfeldardrapa bezeugt (Hkr. V, k. 14): 
austr rauh jöfra [irystir 
orörakkr fyrir by noröan 
brand, j>ar er bjarmskar kindir, 
brennanda, sä ek renna usw 
(jöfra jtr^stir orörakkr [d. i: Haraldr] raub austr [d. i: 1 Bjarmalandi] brand brenananda [d. i: sveröit] 
fynr by noröan J>ar er ek sä renna kindir bjarmskar’; in Fms. I, 63: let (sc. Haraldr) statt: ek sä). 
Den König Harald muss Glümr überlebt haben, da er seines Kampfes und Todes in der 
Schlacht bei Hals am Limfjord (im Jahre 965) in der Gräfeldardrapa gedenkt (Hkr. VI, 13 und 
Fsk. k. 43). 
lür das Ansehn, dass Glümr als Dichter genoss, spricht nicht nur die öftere Anführung 
seiner Verse in Snorra-Edda (SE, I, 234. 248. 428. 452. 518 II, 100. 144) und in Heimskringla (Hkr. 
IV, 5. 10. V, 1. 2. 14. VI, 13. 17. vgl: Fsk. p. 27. 28. 30. 35), sondern auch das Zwiegespräch 
des der skaldischen Dichtung sehr wohl kundigen Königs Haraldr Siguröarson (1047 —1066) mit 
dem Stuff skäld JrörÖarson (Fms. VI, 392); Stiifr: ‘ich wollte ein Gedicht auf Euch fertigen’. Har : 
stammst Du etwa von Skalden?’ St: ‘in meiner Familie sind solche gewesen; Glümr Geirason ist 
meines Vaters Grossvater.’ Har: ‘da bist du ein guter Skald, wenn du nicht schlechter als Glümr 
dichtest.’ 
Str. 12. 
Hitt var satt at sötti, 
seggr döglinga tveggja 
austr fekk haldit haesta, 
Hallfreyör konung snjallan: 
hvardyggva let höggva 
harm armviöu fannar, 
sverös fra ek el at yröi 
allhörö, 1 gras böröum. 
Construction: Hitt var satt, at Hallfreyör sötti konung snjallan, seggr fäkk austr haldit hsesta döglinga 
l ve 8'Sl a: hann let [fannar armviöu 1 hvardyggva höggva böröum i gras —- frä ek at [sverös 
el 2 yröi allhörö. 
Kenmngar: 1. fannar armr statt arms fönn: des Armes Schnee d. i: Silber, fannar arm-viöir: Silber- 
Bäume d. i: Männer. 2. sverös el: des Schwertes Sturm d. i: Kampf. — läta einn höggva 
baröi i gras s: S. 19.
	        

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