Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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metra: hattlausa (Str. 67), munnvörp (Str. 66), skothent (Str. 52) und Ragnars hattr 
loöbrökar (Str. 54); hattlausa entbehrt jedes Silbenreimes, munnvörp und Ragnars hättr 
entbehren ihn nur im 1. Yerse, während jene halben, dieser ganzen Reim im 2. Yerse 
zeigen; skothent endlich hat im 1., wie im 2. Yerse nur halben Reim (wobei nicht unbe 
merkt bleiben mag, dass in hattlausa und im Ragnars hattr — doch nur in diesen beiden 
unter sämmtlichen Dröttkvsettstrophen im Hattatal — der höfuöstafr jedesmal nicht in der 
1,, sondern 2. Silbe steht). Zwei grössere Gedichte, die Jömsvikingadräpa des Bischof 
Bjarne (f 1223) und die sogenannte Loöbrokarkviöa (oder Krakumal), sind die erstere 
in munnvörp, die letztere sehr regellos, theils in hattlausa, theils in munnvörp gedichtet; 
ähnlich die Asbjarnar visur, die in fornyröalag verlaufen; ausserdem eine ziemliche 
Anzahl lausavlsur in den Saga’s, die der Reime theilweise ganz entbehren oder doch sie 
sehr unregelmässig anwenden. 
Nach diesen einleitenden Bemerkungen über Hauks Islendingadräp a wenden wir uns zur 
Erklärung ihrer einzelnen Strophen. 
Str. 1. 
Bera skal liö firir lyöa 
Loöors vinar, gloöa 
hrafna vins nerna hafni 
hneigendr Dvalins veigum: 
reyndir biö ek at randar 
runnar hlustar munnum 
hausa haröa ljosan 
haslrekka rnjöö drekki. 
Construction: skal (ek) bera [Loöors vinar liö 1 firir lyöa, nema [hrafna vins gloöa hneigendr 2 hafni 
[Dvalins veigum 3 : biö ek at [randar runnar 4 reyndir drekki [hlustar munnum 5 [hausa 
haslrekka mjöö 6 haröa ljösan. 
Kenningar: 1. LöÖors vin: Lodors Freund d, i: Odin, Loöors vinar liö: Odins Bier d. i: Gedicht 
2. hrafna vin: Raben-Wein d, i: Blut, hrafna-vins gbeör: Blut-Feuer d. i: Schwerter, 
hrafna-vins glöÖa hneigendr: der Schwerter (gladiorum) Schwinger d. i: Männer 3. Dvalins 
veigar: Dvalins (des Zwergen) Tränke: Gedicht. 4. randar runnar: Schild-Bäume d. i: 
Männer. 5. hlustar munnar: der Ohrmuschel Mündungen d. i: Ohren. 6. hausa hash: der 
Hirnschalen Haselstäbe d. i: Haar ‘har’ = Hdr d, i: Odin (S. 18), hausa hasl-rekkar: 
Odins Recken d. i: Äsen, hausa hasl-rekka mjöÖr: Asen-Meth d. i: Gedicht. —drekka 
hlustar munnum Asa-mjöö s: S, 19. 
Inhalt: ‘Ich will den Leuten ein Gedicht vortragen, wenn sie es nicht verschmähen: ich fordre sie 
auf es anzuhören.’ 
Str. 2. 
Hvals rnun ek hvassa telja 
huölendinga biiöar 
hamra vxfs jxa er höföu 
hoddlogendr byr gnögan, 
Construction: mun ek telja [hoddlogendr 1 hvassa (jw) 
vifs byr 3 gnögan, meöan geö deiliz mir til 
j>ögn [peitu hlyn 5 [ressum 5 . 
meöan til joess, en jressum 
j)ögn veiti hlyn peitu 
garöa grundar niröir, 
geö deiliz mer, seilar. 
[hvals büöar hüölendinga 2 J)ä er höföu [hamra 
j>ess — en [grundar seilar garöa niröir 4 veiti
	        

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