Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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das erste Wort (der Verbalstamm) den Begriff, das zweite fein norm appell. od. propr.) 
die Form eines nomen substantivum darbietet; ebenso: gesi-runnr, rmki-lundr, -meiör, 
-Njörör, heröi-Baldr, -loföar, -meiör, -]bundr, reiöi-gatt, -Sif, -Tjir, -valdr, veri-njötr, 
sseki-alfr, -Njörör, -tivar, -joröttr (von sesa, rafkja, heröa, reiöa, verja, smkja) — alle 
diese Wörter in Verbindung mit dem Genitiv, s. Svbj. Egilsson lex. poet.] 
Die Form der adjectivischen sannkenningar selber ist häufig eine zusammen 
gesetzte, entweder mit einem Substantiv oder mit einem Adjectiv (Adverb.), mit jenem 
in: tett-göör 5 8 egg-djarfr 15 6 kyn-störr 25 2 u. a, (daneben Verbindungen, wie (rij?) 
vregöar-lauss od. -trauör 16 6 und 24 3 (rehr) ulfum [od. styrjar-göllungum] -hollr 4 7 und 
23a); mit Adj. od. Adv. in: marg-J)röttr 24 2 ör-lyndr 3 8 und akafa-snarpr 20 4 , einkar- 
hraustr 16 2 , harÖa[d. i: haröla]-vitr od. -ljöss ll 6 und l 7 . Diese Erweiterung oder 
vielmehr Unterstützung (stuöning) der sannkenning durch präfigirtes Substant. oder 
Adject. (Adv.) wird in Snorres Hatt, § 81 (SE I, 604) tviriöit genannt, eine Benen 
nung die ich abweichend von Svbj. Egilsson a. 0. 605, not. a., im Hinblick auf 
SE II, 497 8 auf beiderlei Erweiterung beziehen zu müssen glaube. 
Hier und da treten zu einem Substantive zwei sannkenningar, ohne dass sie 
durch ok verbunden sind, sondern asynthetisch einander folgen. Solche Asynthesis 
oder klauf (SE II, 159 16 ) bietet Isld. in 15®: Eirikr itr — eggdjarfr; ebenso: harr 
— hugreifr SE I, 45 2 21-22 , heinjjyntan — fjornharöan ebd. 428 19-22 , itr — bjartr 
602 14 ~ 15 , sannargs — allheiöins Forns. 89 4-6 u. v. a. 
Von einer kenning des Adjectivs könnte nur insofern die Rede sein, als das 
Adj. mit einem Subst. zusammen gesetzt ist und dieses Umschreibung erfährt, so in: 
Viöris-veör-gjarn 16 a oder: hjalm-|)rimu-gjarn 4 4 für: orrustu-gjarn, oder hraunatla- 
sprakka-hregg-vana 5 a für: hugar-vana. 
Wohl aber findet Umschreibung des Verbum statt, nicht allein jene formale, 
welche durch Wörter wie lata [7 8 20 5 23 5 ), räöa (3 6 17 5 18 4 ), taka (15 8 ), vinna (6 1 ) 
in Verbindung mit Infinitiv oder Partie, prset. eines andern Verbum dessen grammat. 
Form ‘periphräsirt’, sondern auch eine materielle, die das Verbum nach seinem In 
halte umschreibt. Diese letztere, deren Skaldskap. nicht gedenkt, ist in Islendinga- 
dräpa ziemlich häufig; ‘ein Gedicht anhören’: drekka hlustar-munnum (Asa-) mjöö l b , 
‘sterben’: veröa allr 9 b , hniga til £rös drösar 17 b ; besonders, wie bei einem Gedichte 
dieses Inhaltes nicht anders zu erwarten, die Begriffe: ‘kämpfen’, ‘besiegen’, 
‘töden’; für ‘kämpfen’ mehrfach: rjööa (vapn) i blööi 7 a , 10 b , 13 a , 14 a , auch: 
rj. nlfs-munn 21 a , ferner: fa verö hrafni 10 a , gleöja hauka 19 b , kljufa skjöldu 10 b ; 
Jemand ‘besiegen’: bera hlut hserra en einn 6 b und: stiga of einn 24 b 5 Jemand ‘töden’: 
beita einn gunnar-grunnungi 3 b , lata grföar-fäk fagna blööi eins 4 a , lata hrae eins fengin 
hrafni 7 b , vinna einn sviptan aldri 6 a , vinna geig einum 19 b , endlich: lata einn höggva 
böröum i gras 12 b und kenna einum hita f gras 25 a .
	        

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