Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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sieben für: Getös, zwei für: Begegnung, während der bestimmende dreizehn für: 
Waffe usw. 
Noch sei besonders gedacht der von K. Gfslason, om skjald. s. 290, erläuterten 
Art der Umschreibung in hausa-hasl. Sie beruht auf Homonymie, bez, Vertauschung 
der beiden verschiednen Bedeutungen eines homonymon. Wenn Egill Skall, in einer 
lausavisa (Eg. k. 89, 226-227- JJ>.) klagt, dass er zwei kalte Wittwen habe, die der 
Wärme bedürfen, so thut er diess auf Grund des homonymon hsell, das sowohl die 
Ferse, als die Wittwe (SE I, 536 21 und 558 7 ) bedeutet, und bedient sich dabei statt 
foetr der einfachen Wörter: ekkjur und konur: 
eigum ekkjur 
allkaldar tvaer, 
en jtaer konür 
purfu blossa. 
Wenn aber Hallarsteinn (SE II, 132 3-4 ) in einer Viertelstrophe sagt: ‘der Zwerg 
des Mädchens macht mich stumm’, so geht er von dem homonymon litr aus und ver 
tauscht dessen zwei Bedeutungen: 1. die von ‘Zwerg’, 2. die von ‘Farbe, Aussehn, 
Schönheit’, in der Art, dass er, indem er umschreibenden Ausdruck wählt, statt der 
zweiten die erste umschreibt: hölmleggjar hilmir (des Seeknochens Fürst d. i:) Zwerg; 
die beiden Verse lauten: 
hölmleggjar viör hilmir 
hringsköglar mik pöglah. 
(d. i: holmleggjar-hilmir (tjj?) hring-Sköglar vinnr mik pöglan.) 
Diesem letztem, von Olafr hvftaskäld zur Exemplificirung von amphibologia 
(SE II, 130—132) angeführten Falle gleicht nun auch der von K. Gfslason besprochne 
in Isld, lb, insofern das homonymon här statt in der hier erforderlichen Bedeutung 
von Här d. i: Odin, vielmehr in seiner appellativen von här d, i: Haar und zwar durch 
hausa hasl: ‘der Köpfe Hasel’ umschrieben wird. 
Die näher bestimmenden, namentlich schmückenden sannkenningar (epitheta 
ornantia) sind theils adjectivische, theils adverbiale sei es beim Verbum oder beim 
Adjectivum (SE I, 602—604); s: das Verzeichniss. 
Die ersteren treten zum Substantiv vorwiegend in adjectivischer Form; doch 
wie bei den substantivischen Verbindungen der kenning das bestimmende Substantiv, 
erscheint auch in der Verbindung des Substantiv mit einem Adjectiv das letztere bis 
weilen in der Stammform als erstes Glied eines Compositum, z. B. 14 5 : hä-rödd statt: 
hä rödd, 24 6 ; harö-glöö statt: hörö glöö; ebenso: flat-völlr statt: flatr völlr Hkr. III, 
37, 75 27 U, mjxik-huröir statt: mjtfkar huröir Hkr VI, 18, 138 6 U, ram-snäkr statt: 
ramr snäkr SE I, 606 5 u. a. 
[Auch sei hier der verbalen Composition gedacht in: ajsi-jtröttr 15 3 (d. i: 
aesandi J>rottr = aesir: incitator, z. B. Fms VIII, 57 18 ) und in: fylgi-meiör 16 1 , worin
	        

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