Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Tiiid Wimmer, altnord. Gramm. § 52, Anm. 1. Wiederum der ältere Dativ: Snmgrundu 3 2 
und 17 4 statt -grand, um ä Snsegrundu für die viörhending zu gebrauchen. Auch die 
Infinitive des Prset. bäru 6 5 und burguz 10 3 gehören nur der poet. Sprache an. 
Auf syntactischem Gebiete, wenn auch der Prosa keineswegs fremd, doch 
jedenfalls viel seltner in ihr, erscheint bemerkenswert!!: der Genitiv beim Part, prses. 
und der Dativ nach dem Comparativ. 
Der substantiv. Gebrauch des Part, prses. (vegandi: occisor, usw. usw.) und in 
Folge dessen auch die substant. Rection mit dem Genitiv finden statt in: hneigendr 
(tcu) hrafna-vins l a und heröendr (rrjs) sveröa-j)rimu 6 4 ; ebenso: beiöendr ( T ij<r) brodda- 
hriöar Korm. 114 9 /io, auömsetandinn (tmv) ^ta ebd 196 13 /i4, rjööandi (tmv) randa ebd 220 17 , 
rögendr (rwv) randar-linna ebd 238 3 /4 u. a„ aber auch in der altern (doch isländisch 
lateinischen!) Prosa: kennendr (tmv) boöoröaHom, norv. 78 5 , unnendr (roü) lifs ebd 117 6 , 
eptirlikjendr (rij<r) pinslar dröttins ebd 81 9 83 18 , luttakendr (rys) dyröar jmirra ebd 83 17 
u. ö. In den Verbindungen hodd-logendr 2 4 , wohl auch sökn-efnandi 17 6 und hriö- 
gervandi 21 7 sind hodd-, sökn- und hriö- nicht abhängige Casus, sondern Stamm 
formen als erste Theile von Composita; vgl: jarö-räöendr SE I, 452 13 . 
Der Dativ nach Comparativ statt Nom. od. Acc. mit en empfiehlt sich dem 
Skalden durch die concinnere Form: röskvari Gretti für röskvari en Grettir 17 1 ebenso: 
(o) eyöri mörgum für: en margir SE I, 414 4 oder (rov) jarl fremra J>er für: en pik 
Hkr. VI, 56 (170 4 ü) oder (<$) osöri jöfrum für: en jöfrar Fsk 54 29 ; doch findet sich 
in Isld. auch die üblichere mit en: frä ek Droplaugar son baru hlut haera en aöra 6 b . 
Ausserdem verdient Erwähnung die starke (unbestimmte) Form der Adjective 
statt der schwachen (bestimmten) nach dem Pron. sä, wie in: sä snarr darra-hliömboöi 
statt: sä snarri d.-hli. 19»; ebenso SE I, 32 0 22 /23 : sä snjallräör konungs spjalli statt: 
sä snjallräöi k.-spj. u. a. (s: SEg. lex, poet. 677k) 
Bei weitem grösser ist der Unterschied, der zwischen der skaldischen und der 
Sprache der Prosa stattfindet einmal in lexicalischer Beziehung, andrerseits rücksicht 
lich der Wort- und Satz Stellung. 
Indem ich auf die allgemeine Characteristik, die ich von diesem Unterschiede 
in der kleinen Schrift ‘über die altnord. Sprache’ s. 22—24 zu geben versucht, und 
auf die unten folgende Erklärung der Islendingadräpa nebst den beigefügten Ueber- 
sichten der kenningar usw. verweise, beschränke ich mich hier nur auf einzelne Be 
merkungen, so weit sie durch das vorliegende Gedicht veranlasst sind. 
Skäldskaparmäl (SE 1,230 ff 1 .) unterscheidet bekanntlich, so weit es sich um nomina 
substantiva handelt, zwischen umschriebnen Ausdrücken, kend heiti (kenningar: 
Umschreibungen) und nicht-umschriebnen, okend heiti, oder jenen ‘poetischen’ 
d. h. der Dichtersprache allein oder doch vorzugsweise eigenthümlichen Ausdrücken: 
die kenningar sind stets Wortverbindungen, die okend heiti stets einfache Wörter.
	        

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