Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

15 
24., dem Süden: 15. 19. 20., und ordnete man die Strophen nach dem, so weit be 
stimmbaren Todesjahr ihrer Helden, würden auf einander folgen: 9. 25. 11. 3. 10. 
20. 7. 12. 17. 23. 
Wenn sich gleichwohl im grössten Theile des Gedichtes eine gewisse Zu 
sammengehörigkeit zwischen den Genannten beobachtet findet, dehnt sich diese doch 
nur selten, wie gleich am Anfänge, über mehr als zwei oder drei aus. So gehören 
zusammen: Strophen 3—8, indem die Väter und Söhne in 3—5 und die Brüder m 
6—8 mit einander verwandt sind, überdiess dort wie hier die Pflicht der Blutrache 
von den Söhnen an den Vätern, vom Bruder am Bruder geübt wird; 9—10: zwei 
Brüder; 10-12: drei Skalden, 13-15: drei Starke, 16—18: wiederum 3 Skalden, 
ebenso 19 -20: zwei Brüder, 21: ?, 22-23: Vater und Sohn, 24—25: zwei durch 
Holmgang zusammen geführte Männer; 26: ?, 27: ?. 
III. 
Die Sprache der skaldischen Dichtung, so weit es sich um die Lautform des 
Wortes, seine Flexion, die Syntax handelt, ist principiell von der der Prosa nicht 
verschieden; das worin sie in den genannten Beziehungen von dieser abweicht, besteht 
nicht sowohl in Formen, die der pros. Sprache durchaus fremd wären, sondern die 
nur selten in ihr Vorkommen, sei es als Archaismen oder dialectische Eigenheiten, 
und jedenfalls verständlich sein müssen; von diesen nun macht der Skalde Gebrauch 
— meist in metrischer Noth: ‘til jiess at kveöandi haidist’, ‘til Jiess at hendingar se 
jamhäfar’ usw. 
So auch in Islendingadräpa. 
Die Formen fing- 7 6 und ging- 13 8 14® statt der gewöhnlichen feng- und 
geng-, hier wegen erfingi und hrings, erscheinen auch sonst; fingit in Horn. St. 11® 78 
i>j (Bp. I.) 34 7 32 und gingit Horn. St. 106 2 « 106 29 I>j 334 2 344 12 ; ferner: hvatum 13« 
statt hvötum, wegen skatna, ein Archaismus aus der Zeit, als der U-Umlaut im 
Island, noch nicht zu der spätem, um so durchgreifenderen Giltigkeit gelangt, Bei 
spiele aus alter Prosa wie aus Versen s: bei Gisl. frmp. 21, AnO 1858, 150 n.5, Eyrb. 
(1864) XXXVII, n. 2.; hama 6 5 statt hserra, wegen baru (vgl: ver bärum hlut hmra 
Korm. 94 2 ) und |>eiri 9® statt I>eirri, wegen atgeirs (dagegen: raeirr — jieirra 7 2 ) sind 
gleichfalls bekannte Archaismen; über die vollere alte form Jiorkatli 5 , wegen 
hraunatla, statt des zur Zeit der Isld. gewiss allein üblichen Uorkeli s: Eyrb. (1864) 
s. L—LI., vgl. SE II, 136 2 - 3 wo Gorketill statt porkell bereits bei Kormakr (f 967) als 
Licenz (bez. epenthesis) bezeichnet wird, 
Der spätere Dat. vörö 9 3 statt veröi, wohl um den Hiatus: veröi ok zu ver 
meiden, ebenso wie mög statt megi SE I, 268 17 , lög statt legi SE I, 694 2 , Jiröm statt 
t>remi SE I, 668 2 , vönd statt vendi Eg k, 67 (1856,) 160 29 u. a., s: SEg 896* (vöndr)
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.