Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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oder minder vollständige Erhaltung; viel zu kurz um den Inhalt eines 
besondern Codex zu füllen wurden sie, wie auch kleinere Prosastücke, 
zur Ausfüllung und Yerwerthung des damals so kostbaren Pergaments, 
gleichviel wo sich der leere Raum in der Handschrift fand, benutzt. So z. B: 
Rfgsjmla im Cod. Vorm, der SE, Völuspa mitten in der Hauksbök (s: 
Bp. I, xi), Jömsvikingadräpa und Mälshattakvasöi am Ende des Cod. reg. 
der SE (s; Mkv. 1873, s. 14), Geisli, Olafsrima, Hyndluljöö zu Anfang der 
Flateyjarbök (s: Flat. III, i—ix), Olafsvisur am Anfang der Bergsbob, 
Reksteija, Olafsdräpa Tryggv., Lilja, Geisli in ihrer Mitte zwischen den 
beiden Olaf-saga’s, u. a. Die wenigen altisländischen Gedichte, die wir 
einigermassen vollständig besitzen, sind uns fast nur auf diese Weise 
erhalten; die weit überwiegende Mehrzahl kennen wir ja, wie bekannt, 
nur strophenweise, zerstreut und unvollständig, aus den Saga’s. 
Sveinbjörn Egilsson war, wie es scheint, der erste, durch den das Gedicht 
auch ausserhalb des Kreises derer, die es bis dahin nur aus dem Cod. AM. kennen 
gelernt, bekannt wurde; zunächst (1829) durch Mittheilung einer Strophe (16.) in 
seinem Commentar zur Rekstefja in Shi III, 233—234, sodann und zwar in viel 
reicherem Maasse (1860) durch Anführung bez. Erklärung sehr vieler Stellen des 
Gedichts in seinem Lex. poet.; es wird in dessen Ind. siglor. p. XLII unter Sigh: 
‘Isld.’ mit den Worten verzeichnet: ‘Islendinga dräpa, carmen de athletis Islandicis 
ab Hauko Valdisse filio compositum, constans strophis 26V4, secundum membr. AMagn. 
nr. 748, 4to.’ Die von Svbj. Egilsson benutzte Abschrift des Gedichts war keine 
durchaus richtige und enthält einige falsche Lesarten, die ich, um jedem Zweifel vor 
zubeugen, nicht mit Stillschweigen übergehen zu dürfen glaubte. 
Hierauf war es K. Gislason, der, wie man es nur bei ihm gewohnt ist, 
mit sorgfältigster Beachtung der handschriftlichen Ueberlieferung die ersten elf Strophen 
des Gedichts in seinen ‘44 Pröver af oldnord. Sprog og Literatur’ (1860) s. 553—554 
herausgab. Ausser der trefflichen Emendation f)ess (statt: jxann) in 4 1 hat sich der 
genannte Herausgeber noch besonders um das Gedicht durch seine überzeugende Er 
klärung der kenning: hausa haslrekkar in l fa verdient gemacht; letztere findet sich 
S. 290 der höchst anregenden und lehrreichen Schrift: Nogle Bemankninger om 
Skjaldedigtenes Beskaffenhed i formel Henseende (Vidensk. Selsk. Skr., 5. Raxkke, 
histor. og philos. Afdeh, 4. Bd. VII., s. 285—315) Kjöb 1872 4°, 33 ss. 
Vorliegende Ausgabe des Gedichts beruht auf einer von Jön Sigurösson ge 
fertigten und mir auf mein Ersuchen von ihm geliehenen, unmittelbaren Abschrift des 
Cod. AM. Indem von dieser Abschrift und der Art, in der ich sie benutzt, dasselbe 
gilt, was von der mir gleichfalls von Jon Sigurösson gewährten Abschrift des Mals- 
hättakvasöi, darf ich auf dessen Ausgabe (Halle, Waisenhaus 1873) und das dort von
	        

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