Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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ANMERKUNGEN. 
i. 
Vorstehendes Gedicht ist nur in einer Handschrift überliefert, im cod. Arna- 
^Magnceanus 748, 4° auf der Universitätsbibliothek zu Kopenhagen. Sie mag 
nach den von Herrn Jön Sigurösson mir darüber gemachten Mittheilungen — vor 
Arne Magnusson, der sie aus (Gaulverja-) Bser i Floa erhielt, dem bekannten Bischof 
Brynjölfr Sveinsson in Skaiholt, noch früher aber Jemand im Borgarfjörör, in der Nähe 
von Reykholt angehört haben; letzteres lassen ein paar Namen vermuthen (Magmis a 
Hvanneyri, Einar (?) a Siöumüla u. A.), die sich am untern Rande von s. 29 von einer' 
Hand des 17. Jahrhunderts aufgezeichnet finden. 
Es ist eine Pergamenthandschrift von der Scheide des 13. und 14. Jahrhunderts 
und zählt im Ganzen 28 Blätter (od. 56 Seiten). Sie besteht aus zwei, ursprünglich 
getrennten Stücken. 
Das erste derselben, Bl. 1-6 (S. 1—12), ist jenes bekannte Fragment einer 
dem Cod. reg. ähnlichen Sammlung sogenannter Edda-Lieder; s. S. Bugge, Noircen 
fornkv. (Stem. E.), Vorr. s. XIX—XXII. 
Das andre, Bl. 7—28 (S. 13—55 11 ), von gleicher Grösse wie das erste und, 
wenn nicht von derselben, jedenfalls von einer gleichzeitigen Hand geschrieben, enthält 
zwei Bruchstücke der Snorra-Edda; sie sind abgedruckt in SE II, 397—427 31 und 
42 7 32 494. Dies zweite Stück besteht aus drei, nur z. Th. vollständigen Lagen: 
die erste aus 8, früher 10 Bll., indem zwischen Bl. 2 und 3 (SE II, 403) und zwischen 
Bl. 6 und 7 (SE II, 421) je ein Blatt fehlt, die zweite von 8 Bll. ist vollständig, in 
der dritten von 6, früher 8 Bll, sind die beiden letzten nicht mehr vorhanden. 
Auf Bl. 28 (S. 55 12 —56 extr.) der Handschrift oder dem letzten Blatte ihres 
zweiten Stückes befindet sich unser Gedicht. Es folgt unmittelbar den bis S. 55 11 
reichenden Worten der SE und beginnt, mit einer von dieser zwar verschiednen, 
doch nicht viel jüngeren Hand geschrieben, unter der Ueberschrift: Islendinga 
drapa havkr valdisarsvn orti; die bildet eine besondere Zeile (S. 55 12 ) und ist 
wie auch die Intiale B (55 13 ) nicht roth, sondern schwarz geschrieben. Das Gedicht 
reicht auf S. 55 bis zum Anfang der 11. Strophe: ar fra ek afuorö, auf S. 56 von 
Geira ylgr bis zu den Worten der 27. Strophe: snarr holmgongu, mit denen die Seite 
schliesst; Fortsetzung und Schluss waren auf einem oder zwei der verlornen Blätter 
geschrieben und das Gedicht ist sonach nur Fragment. 
NB. Gleich der Islendinga drapa verdanken noch einige andre alte Gedichte 
demselben Zufall von ein paar leeren Blättern einer Handschrift ihre mehr 
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