Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

Für den Unterricht in der medicinisch-pharmaceutischen Botanik wurde eine besondere 
Sammlung der in der deutschen Reichs-Pharmakopöe enthaltenen officinellen Pflanzen angelegt und 
durch eine Suite der denselben entstammenden Droguen vervollständigt, die Herr Professor KIRCHNER 
hierselbst so gütig war, dem botanischen Institut zu schenken. 
Durch Kauf gingen dem Herbarium im verflossenen Jahre zu: ThÜMEN’s Herbarium 
mycologicum oeconomicum und die erste Lieferung von dessen Mycotheca universalis, sowie REINSCH s 
Algae microscopicc prmparatai. 
Der alte botanische Garten wurde, so gut es der traurige Zustand und die geringe Dotation 
erlaubten, forgeführt. Geschenke lebender Pflanzen gingen von Göttingen, Sämereien aus verschiedenen 
botanischen Gärten des In- und Auslandes ehr. Wiederholt kamen Verluste durch Zuzammenstürzen 
morscher Stellagen vor; der Besuch war, wie im Vorjahre, ein äusserst geringer. 
A. W. EICHLKR. 
XX. Das mineralogische Museum. 
Auf Antrag des Direktors bewilligte der Herr Minister die Anstellung eines Assistenten, 
als solcher trat den i. April Herr Stud. P. Klien ein. 
Ferner bewilligte der Herr Minister 200 Thlr. zur Anschaffung einer Sammlung Schweizer 
Mineralien, welche Herr Kuschel-Köhler aus Luzern geschickt hatte, sowie 200 Thlr. als Zuschuss 
zu den Mitteln pro 1874, wobei zugleich in Aussicht gestellt wurde, dass überhaupt eine Erhöhung 
der Mittel um 200 Thlr. eintreten sollte. 
Die Sammlung Schweizer Mineralien ist ausgezeichnet durch Mannigfaltigkeit und Schön 
heit der meisten, in der Schweiz vorkommenden Mineralspecies und besonders durch schöne Krystalle 
von Bergkrystall, Rauchquarz, Adular, Eisenglanz, Sphen etc., sie gereicht zu einer Hauptzierde 
der Sammlung. 
Ferner wurden angeschafft: 
a. Mineralien. 
i Eine Suite von Glauberitkrystallen und Pseudomorphosen von Steinsalz, von 
Westeregeln. 
2. Verschiedene Mineralien, besonders Krystalle von den Mineralienhändlern 
C F. PECH in Berlin und HöFER in Oberlahnstein. 
b. Instrumente: 
Ein Hartnack’sches Mikroskop, mit System 2, 9 und 10, Polarisations 
apparat und OBERHÄUSER’schem Zeichenapparat. 
c. Bücher 10 Nummern. 
Im Tausch gegen einheimische Mineralien schickte Herr Prof. G. von Rath 
in Bonn e ne Suite Mineralien vom Rhein und von Elba; Herr Prof. WebsKY in 
Berlin gab aus der Doublettensammlung des Berliner Museums 100 Exemplare ab. 
Auf den mit den Zuhörern unternommenen Excursionen wurden krystal- 
linische Geschiebe gesammelt, sowie Versteinerungen der silurischen Kreide und 
Tertiärformation ; Anhydrit und Gyps in Segeberg, Kalkspath bei Elmshorn. Herr 
Dr. Meyn und Herr Dr. v. Fischer-Benzon schenkten schöne Gypskrystalle von 
Sütel im Lande Oldenburg, welche von Herrn KLIEN bearbeitet wurden. 
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