Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Z oo t o m i s c h e Sammlung. Die Skelett Sammlung wurde unter andern wesent 
lich bereichert durch das vollständige Skelett des oben erwähnten Hippoglossus maximus. 
Die Sammlung von Weichpraeparaten erfuhr eine bedeutendere Aufbesserung durch 
die in Abwesenheit des Herrn Prof. MÖBIUS ausgeführte Herstellung einer grossem Anzahl von 
Präparaten von Wirbclthieren. 
Dr. Fr. Heincke, Assistent. 
XIX. Botanischer Garten. 
Mit dem i. April 1874 wurde am botanischen Garten eine Assistentenstelle creirt und die 
selbe dem seitherigen Lehrer an der landwirthschaftlichen Lehranstalt zu Hohenwestedt, P. HENNINGS 
übertragen. 
Weiter genehmigte Se. Excellenz der Herr Minister der geistl. etc. Angelegenheiten, dass 
in dem auf dem Terrain des neuen botanischen Gartens befindlichen Hause ein provisorisches 
botanisches Institut eingerichtet werde, zu welchem Zwecke eine Summe von 1600 1 hlr. zur 
Verfügung gestellt wurde. Die Einrichtung erfolgte im Sommer 1874» es wurden die alten Samm 
lungen in das bezeichnete Gebäude übertragen und auch das, bis dahin auf dem Boden des Kgl. 
Schlosses hierselbst verwahrte grosse LuCAEsche Herbarium dorthin gebiacht und aufgestellt 
Desgleichen wurde hierher das Auditorium verlegt und ein, allerdings noch embryonales botanisches 
Laboratorium eingerichtet. 
Da die früheren Sammlungen, incl. der LuCAE’schen, nur aus gewöhnlichen Herbarien be 
stehen, der Unterricht jedoch verschiedene Nebensammlungen an Früchten, Samen, Hölzern, Modellen, 
Spiritus- und mikroskopischen Präparaten erheischt, so begann der Unterzeichnete, gleichfalls im 
vorigen Sommer, mit Gründung von solchen- Bei den geringen hiefür disponibeln Mitteln — denn 
obige Summe von 1600 Thlrn. war nur für Anschaffung von Inventarstücken, wie Schränken, 
Pulten etc. bestimmt und das höchst dürftige Budget des botan. Gartens erfuhr trotz wiederholter 
Bitten bislang noch keine Erhöhung — sind jedoch diese Nebensammlungen noch nicht über die 
bescheidensten Anfänge hinausgekommen. Angekauft wurden dafür, ausser den nöthigen Gläsern etc.: 
Büchner’s Pilzmodelle, NÖRDLINGER’s Holzquerschnitte, eine Anzahl Blüthenmodelle von BrenDLER 
in Berlin, diverse Früchte und Hölzer von HesteRMANN in Hamburg; an Geschenken gingen einige 
Objecte von Professor K. MÖBIUS hierselbst, Dr. Drude in Göttingen und Gartendirector RÜI’PEL in 
Hamburg ein, das übrige wurde aus dem botanischen Garten und der hiesigen Flora aufgenommen. 
Eine Suite brasilischer Marantaceen und Balanophoreen in Spiritus schenkte der Unterzeichnete; in 
den letzten Tagen sandte auch Prof. K. MÖBIUS von den Seychellen - Inseln einige prachtvolle 
Inflorescenzen der dort einheimischen Lodoicea-Palme (Coco de mer) und weitere Beiträge von der 
Mauritius-Expedition dieses Gelehrten stehen in Aussicht. 
An die Zusammentragung, Ordnung und definitive Aufstellung der zahlreichen Einzel 
herbarien , aus denen die Collection des botanischen Gartens besteht, konnte erst vor kurzem ge 
schritten werden und dürften diese Arbeiten noch eine Reihe von Jahren erfordern.*) 
*) Hierbei wird auch die schöne Sammlung des verstorbenen Dr. Lucae in Berlin, für deren Zuwendung an unsre 
Universität der Familie Lucae wir zu so grossem Danke verpflichtet sind (s. Chronik d. J. 1868 S. 12), zu ihrer 
Geltung gelangen und in der Vereinigung der verschiedenen Herbarien unsre Sammlung jedenfalls eine der vor 
züglichsten an den deutschen Hochschulen werden. Karsten.
	        

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