Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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II. Universitäts-Bibliothek. 
Nach dem geschriebenen Bericht zu dem Ac c es s ions verzei c hm ss der Kieler 
Universitäts-Bibliothek des Jahres 1874. 
1. 
Sobald der Universitäts-Bibliothek eine Schrift zugekommen ist, wird der Titel derselben 
auf ein Octavblatt geschrieben und in die Kataloge der Bibliothek eingetragen. Aus den 1 itel- 
zetteln wird am Schluss des Jahres das Accessionsverzeichniss dieses Jahres angefertigt und bei 
jeder Schrift kurz angegeben, von wem die Bibliothek dieselbe erhalten hat als Geschenk, Austausch 
oder Kauf. Bei den gekauften Schriften wird der Verkäufer kurz angegeben, z. B. Hinr. bedeutet 
die HlNRlCH’sche Buchhandlung in Leipzig. Die libri minores, Dissertationen und ähnliche kleine 
Schriften, werden vorschriftsmässig nicht einzeln gebunden, sie sind, mit Ausnahme einzelner wich 
tigerer, nicht in das Accessionsverzeichniss aufgenommen worden. 
2. 
Rücksichtlich der Vermehrung unserer Bibliothek darf ich, des Raumes wegen, mir Einiges 
hervorheben und kann mich zum Theil auf den Bericht über 1873 beziehen. Die Bibliothek er 
hielt auch im Jahre 1874 mehrere werthvolle Geschenke sowohl von dem Königlichen Ministerium 
des Cultus und dem der landwirthschaftlichen Angelegenheiten und von gelehrten Gesellschaften 
als anch von Privatpersonen. Die Aussicht, welche uns im Juni 1874 gemacht wurde, dass der 
Kieler Bibliothek die Schriften mehrerer gelehrten Gesellschaften, welche bisher nicht geschenkt 
noch zum Austausch gegeben wurden, geschenkt würden, ist bis jetzt freilich nicht in Erfüllung 
gegangen, aber wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben. Durch Vermittelung des Köuiglichen 
Ministers des Cultus erhielt die Bibliothek Bd. 6—9 der Werke von LEIBNITZ in ONO Kl,OPI's 
Ausgabe zum halben Preise. Diese Bände fehlten der Bibliothek. 
Von der historischen und der antiquarischen Gesellschaft erhielt die Bibliothek nach früherer 
Uebereinkunft die diesen Gesellschaften durch Austausch zugegangenen Schriften. Als vor mehreren 
Jahren (1851) die historische Gesellschaft ihre Büchersammlung der Universitäts-Bibliothek schenkte, 
ward ein Verzeichniss dieser Sammlung aufgenommen, es wird jetzt ein fortgehendes Verzeichniss 
der jährlich an die Universitäts-Bibliothek von der historischen Gesellschaft gegebenen Bücher ge 
führt, durch diese Schenkungen der historischen und der antiquarischen Gesellschaft wird gewiss 
die Benutzung dieser Bücher gefördert. 
Der leider so früh geschiedene College USINGER hatte in seinem Testament folgende Be 
stimmung gemacht: Die Kieler Universität soll berechtigt sein, etwanige Lücken in ihrer Bibliothek 
aus meinem Büchernachlass nach Auswahl des Bibliothekars auszufüllen. 
Diese Bestimmung kam erst am 15. Juli 1874 711 meiner Kenntniss. 
Die Wittwe des Professors USINGER erklärte bereitwilligst, die Ausführung diesei Anord 
nung zu gestatten und zu fördern. Es war leider sehr wenige Zeit zur Auswahl gegeben. Zum 
Ankauf der Bibliothek des Professors USINGER schickte der Buchhändler Baer in Frankfurt einen 
Commissionair, und die Bücher wurden mit wenigen Ausnahmen nach Frankfurt gesandt. Baer 
hat im September 1874 mehrere der nach UsiNCER’s Verzeichniss ausgewählten Bücher an die 
Bibliothek in Kiel geschickt. Wir sind unserm so thätigen wohlwollenden Collegen und seiner 
Wittwe Dank schuldig. 
Der Kaufmann Harders hieselbst, Erbe des Barons Friedrich v. Rehbinder , hat der
	        

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