Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Keiser und Mattheson der Entwickelung der nationalen Oper eine "länzende Anfangs- 
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periode verlieh. Haendels ist schon gedacht worden; so braucht nur noch auf Ph. 
E. Bach hingewiesen zu werden — den berühmtesten Sohn eines berühmten Vaters, 
dessen Einfluss auf die musikalischen Bestrebungen seines Jahrhunderts im engeren 
Kreise seiner Landsleute so mächtig wirksam war, dass ein Zeitgenosse enthusiastisch 
ausrufen durfte: ,,Alles ist in Hamburg Sang und Klang; die grössten Virtuosen 
treten auf und werden fürstlich belohnt, die Dilettanten heben sich zur Meisterschaft.“ 
Es dürfte sonach kaum befremdlich erscheinen, wenn Jemand sich angeregt 
fühlt zu untersuchen, wie die späteren Geschlechter das von der Vorwelt ausgestreute 
Samenkorn gepflegt haben, welche Stellung die Wissenschaft der Aesthetik der Musik 
anweist und welche Geltung diese Kunst innerhalb des Cultur- und Geisteslebens 
unserer Nation gegenwärtig besitzt. Diese Aufgabe lag dem Verf. um so näher, als 
derselbe von Jugend auf musikalische Anregungen in sich aufgenommen hat: zuerst 
durch den Nachlass des Vaters, eines wackern Clavier- und Orgelspielers, dann durch 
freundliche Fürsorge welche Albert Methfessel dem Knaben widmete, endlich 
durch mehrseitig empfangenen Unterricht von gediegenen Lehrern. 
Ueberhaupt dürfte die Theilnahme an dem Gegenstände von keinem Gebildeten 
abzuweisen sein, denn grade in neuester Zeit sehen wir auf -musikalischem Gebiet 
ein Für und Wider der Anschauung so hitzig verfochten, dass es fast unmöglich 
scheint, diesen Fehden gegenüber gleichgiltig zu bleiben. Auch Verf. wurde von dem 
Streben geleitet, sich in dieser Angelegenheit ein eigenes Urtheil zu bilden. Die Re 
sultate dieses Strebens sind auf den nachfolgenden Blättern niedergelegt. Wenngleich 
nun in diesen Ausführungen die Materie völlig erschöpfend nicht behandelt sein kann 
— dazu wagt Verf. sich die geistige Kraft in ausreichendem Masse nicht zu vindiciren! 
so haben doch weder Lust und Liebe, noch Erfahrung gänzlich gemangelt, in den 
Stoff einzudringen. An literarischen Hilfsmitteln verwendet wurden folgende Werke : 
d’Alembert, Elemens de musique, suiv. les Principes de Rameau. Lyon 1779. 
Al sieben, Geschichte der Musik, Berlin 1862. 
Aristoteles Politik, deutsch von Garve, Breslau 1799. 
idem, deutsch von Stahr, Stuttgart 1860. 
Ast, Platons Leben und Schriften, Leipzig 1816. 
Berlioz, traite d’instrumentation et d’orchestration moderne, Paris 1844.. 
Brendel, Geschichte der Musik, Leipzig 1855. 
Böhme, Das Oratorium, Leipzig 1861. 
Benard, de la Philosophie dans l’education classique, Paris 1862. 
Bouterwek, Aesthetik, Göttingen 1815. 
des Cartes, Musicae compendium, Amstelodami 1556. 
Danzel, Ueber die Aesthetik der Hegelschen Philosophie, Hamburg 1844. 
Eckermann Gespr. mit Goethe, Leipzig 1837 und Magdeburg 1848.
	        

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