Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Versuch 5 und 6. Centraler Schuss. Nach sechs Stunden auf beiden Augen 
die Cornea stark getrübt, der Augenhintergrund geröthet. Starke Gefässerweite- 
rung in demselben. Wegen Zunahme der Cornealtrübung konnte die Beobachtung 
an den folgenden Tagen nicht fortgesetzt werden, die nach zwölf Tagen gemachte 
Section ergab ausser einer centralen Gefässerweiterung nichts Bemerkenswerthes. 
Versuch 7. Centraler Schuss. Es entsteht keine Trübung der Cornea und 
kein Extravasat, nur starke Gefässerweiterung in der Mitte des Auges. Sections- 
befund wie bei 5 und 6. 
Versuch 8. Streifschuss von hinten oben, nach vorn unten. Es erfolgt im 
Laufe eines Tages die Bildung eines in der Richtung des Schusses verlaufenden 
länglichen Fleckens auf der Cornea, ferner eine starke Gefässerweiterung auf zwei 
Stellen des Augenhintergrundes in einer der Schussrichtung parallelen Linie, der 
gestalt, dass die Mitte des Auges davon nicht afficirt wird, endlich ist vorn unten, 
nicht weit vom Rande der Chorioidea ein grosses faseriges Extravasat entstanden 
von annähernd dreieckiger Form. Fig. 3 soll eine Vorstellung von der Form und 
Lage des der Schussrichtung parallelen Streifens geben, wie er sich bei der nach 
8 Tagen gemachten Section darstellte. In seiner Nähe ist noch starke Erweiterung 
der Gefässe vorhanden. • 
Versuch 9. Streifschuss von oben und vorne nach hinten und unten. Nach 
6 Stunden starke Gefässerweiterung, so dass nur eine schmale Randzone der Cho 
rioidea sich noch in normalem Zustande befindet. Im Lauf von drei Tagen lässt 
die Gefässerweiterung nach, der geröthete Bezirk schrumpft zu einem in der Schuss 
richtung verlaufenden Bande ein. Leider bildet sich jetzt eine Trübung der Horn 
haut aus, welche die Untersuchung mit dem Augenspiegel unmöglich macht. Das 
Thier wurde am siebenten Tage nach dem Schuss getödtet. Die Section des 
Auges liess keine Zerreissung der Chorioidea wahrnehmen, wohl aber noch den 
mit. dem Augenspiegel gesehenen rothen Streif, der als schmales Band von kaum 
i Millim. Breite in drei Millim. Entfernung von der Papille über beinahe zwei 
Drittel des Durchmessers der Chorioidea verlief. Fig. 4. 
Versuch 10. Streifschuss von oben und hinten nach vorn und unten. 
Nach 6 Stunden hat sich eine unbedeutende Trübung der Cornea längs der 
Schusslinie entwickelt, der Augengrund zeigt hinten oben und vorn unten starke 
Gefässerweiterung und diese gerötheten Partien sind durch eine über die Mitte des 
Auges verlaufende schmale rothe Brücke verbunden. Vorn und unten am Rande 
der Chorioidea ein blasses streifiges Extravasat. Die um sich greifende Trübung 
der Cornea erschwerte die Untersuchung von Tag zu Tag und machte den Befund 
unsicher. Nach acht Tagen wurde die Section vorgenommen, mit gleichem Ergebniss 
wie im Versuch 9. Das Extravasat war resorbirt, von der Gefässerweiterung nur 
ein schmaler, der Schussrichtung paralleler Streif zurückgeblieben. 
Versuch 11. Centraler Schuss. 
Nach sechs Stunden schwache Trübung der Cornea. Vorn und unten am 
Rande der Chorioidea eine Unzahl kleiner, von blässeren Höfen umsäumter Extra-
	        

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