Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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deri verschwunden, ohne eineSpur von Trübung zu hinterlassen. Narkotisiren oder 
Anbinden der Thiere ist überflüssig; nach dem Schüsse sitzen dieselben halb betäubt 
da, das angeschossene Auge meistens geschlossen, das unverletzte weit geöffnet. 
Nach dieser Methode wurden folgende Versuchsresultate erhalten. 
Versuch i. Ein Kaninchen erhielt einen von hinten oben nach vorn und unten 
(vom Ohr nach dem Maule zu) gerichteten Streifschuss auf das Auge. Am folgen 
den Tage wurde durch den Augenspiegel ein wenig getrübter weisslicher Streif auf 
der Cornea gefunden, da wo am vorigen Tage eine schwache Excoriation in Folge 
der Streifung durch das Schrotkorn sichtbar gewesen war und unter diesem weiss- 
lichen Streif zeigte sich auf dem Augenhintergrunde, genau ihm folgend 
ein mässig dunkler Blutstreif. Am dritten Tage war derselbe, sowie auch der 
Streif auf der Cornea verschwunden. 
Versuch 2. Nahezu centraler Schuss auf ein Kaninchenauge. Tags darnach 
sieht man auf der Cornea dicht unter der Pupille einen weisslichen Fleck, dahinter 
einen runden Blutfleck auf dem Hintergründe des Auges. Am folgenden Tage sind 
beide abgeblasst, über die centrale Partie des Augenhintergrundes hat sich eine 
beträchtliche Erweiterung der Gefässe verbreitet, die noch. vier Tage lang anhält. 
Versuch 3. Central angeschossenes linkes Kaninchenauge. Deutliche Kugel 
spur auf der Cornea. Am folgenden Tage ist hinter einer starken centralen Corneal- 
trübung auf der Chorioidea der Rand eines Extravasats sichtbar, kann aber nicht 
weiter beobachtet werden, weil im Laufe des Tags die Trübung sich über die ganze 
Cornea ausbreitet und acht Tage lang unvermindert bestehen bleibt. Nach Ablauf 
dieser Zeit wird das Thier abgestochen, der Augenhtntergrund frei präparirt und 
unter dem Präparirmikroskop untersucht. Dabei stellt sich heraus, dass unter 
dem Extravasat die Chorioidea rechts von der Papille in i, 5 millim. 
Entfernung von derselben zerrissen ist. Der Riss läuft in der von Knapp 
a. a. O. abgebildeten Halbmondform dem linken Randwulst det Papille parallel. 
Versuch 4. Gerader Schuss ein wenig nach vorn und unten von der Pu 
pille. Deutliche Kugelspur auf der Cornea. Nach zwölf Stunden ist die Cornea 
geheilt, der Augenhintergrund röthlich injicirt, die Gefässe stark erweitert. Vorn 
unten am Rande der Chorioidea drei runde Extravasate, die einen Tag später zu 
sammengeflossen und von einem Kranze von neu entstandenen kleinen Blutflecken 
umgeben sind. Fig. 2. Dieselben bleiben von da ab acht Tage lang unverändert; 
bei der nunmehr gemachten Section erweist sich die Retina über dem Extravasat 
unversehrt, sie ist von demselben anderthalb Millimeter hoch aufgetrieben. Nahe 
an der Papille, ein wenig nach vorn und unten von derselben ist die Chorioidea 
in derselben Weise wie bei Nr. 3 -zerrissen, ohne dass es zur Bildung eines erheb 
lichen Extravasats gekommen ist. Die Retina kann man in der ganzen Länge 
des RisSes über denselben weg verfolgen. Die Gefässerweiterung ist nur noch im 
centralen Theil des Augenhintergrunds bemerklich, sie erstreckt sich von der Papille 
gegen das vorn und unten am Ciliarkörper gelegene Extravasat.
	        

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