Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Zwerchfell R. im 5. Intercost., vollkommene Verschieblichkeit des Lungenrandes, 
L. 2 J /4 Cm. unter der Mamilla hart an der unteren Fistel. Die Herzdämpfung noch 
etwas L. vom L. Sternalrand, oben an der dritten C., Spitzenstoss 2 Cm. nach 
innen von der Mamilla. Ausserdem sieht man Bewegung im 2. und 1. Intercost., 
der Klappenschluss der Pulmonalis ist nicht mit Sicherheit zu erkennen. Die Lunge 
giebt O. einen ziemlich vollen tympanitischen Schall, in der Axilla und H. U. leicht 
gedämpft, H. O. guten Lungenschall. Der Pectoralfremitus ist überall vorhanden, 
H. U. aussen sehr schwach. Die Lunge athmet überall, besonders scharf L. V. O., 
Exspiration hier etwas verlängert, brummend, H. unter der Wurzel besonders das 
cirrhotische Knacken. 
Vitalcapacität 1500 Ccm. bei 161 Cm. Körperlänge. — 
Endlich mögen noch zwei serös-fibrinöse Exsudate Erwähnung finden, welche 
durch die Punction zur Heilung kamen, zufällig sind beide an Aerzten ausgeführt. 
1 
* . 
X. Am 3. I. 70. machte Prof. Bartels die Thoracocentefe mittelst Explora- 
vittrokars bei Dr. B. aus Fl. 
Seit Anfang December 6g Unwohlsein, Schwächegefühl ohne Fieber und ohne 
Schmerzen. Doch wurde Pat. dabei ausnehmend blass und litt an Dyspnoe beson 
ders beim Treppensteigen. Das Exsudat, welches schon am 11.XII. bis zur Brust 
warze stand, füllte Anfang Januar den ganzen Pleurasack aus. Zwerchfell stark 
nach abwärts convex, mit demselben ist die Milz bis zum Nabel herabgedrängt an 
ihrer Härte und der Randkerbe kenntlich.' Das L. Hypochondrium zeigt deutliche 
Auftreibung vor dem übrigen Bauch. Herzstoss in der Magengrube. Die linke 
Thoraxhälfte mässig aufgetrieben, die Intercostalmuskeln aber noch thätig; 
der leere Schall scharf am L. Sternalrand begrenzt: also der rechte Lungenrand 
nicht zurückgedrängt. Einstich im 5. L. Interc., etwas nach aussen von der Ma 
milla. In 3 Stunden tröpfelten 2000 Ccm. klarer seröser Flüssigkeit ab, die beim 
Erkalten eine mächtige Placenta absetzte, beim Kochen vollständig erstarrte. Während 
des Abtröpfelns musste Pat. zählen, 'damit man den Pectoralfremitus beobachten 
könne. Dabei drangen unter zischendem Geräusch einige Luftblasen durch die Ka 
nüle in den Pleuraraum ein. Nach Abfluss von 2000 Ccm. und Entfernung der 
Kanüle tympanitisch-leerer Schall fast bis zum Stichcanal. Die Herzbewegung zwischen 
L. Sternalrand und L. Mamilla deutlich fühlbar. L. O. V. bis zur Axilla bei der 
Inspiration feinblasiges Knistern wie bei Pneumonie und exspiratorisches Hauchen. 
Hauchende In- und Elxspirationsgeräusche aber auch in der Axilla, wo vorher gar 
kein Athmungsgeräusch hörbar war. 
Pat. befand sich gut nach der Operation. Doch 3—4 Tage nachher wuchs 
das Exsudat wieder unter leichtem Ffleber und steigender Oppression. 
Am 13. I. reichte die Dämpfung V. wieder zum 3ten Intercost., H. bis zur 
Spina scap. Die Milz sehr beweglich, bald bis zur Mittellinie, dann wieder eben 
unter dem Rippenbogen fühlbar. Herzstoss eben L. vom proc. xiph.
	        

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