Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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eine längere Unterbrechung der Circulation herbeigeführt werden, kennen ztr 
lernen. — 
Zur Einwickluno- bedient man sich am Besten der Gummibinden, weil diese 
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sich vermöge ihrer grossen Elasticität in einfach aufsteigenden louren überall genau 
anlegen. Eine solche benutzte ich auch bei meinen Versuchen am Soldaten. Diese 
"war 5,5 ctm. breit. Von derselben wurde zur festen Einwicklung des Fusses und des 
Unterschenkels in einer Höhe von 9 ctm. oberhalb des mall ext. 2, 5 Meter verbraucht, 
bis zum capit. fibul. (37 ctm. oberhalb des mall, ext.) 3,7 Meter, bis zur Mitte des 
Oberschenkels (64 ctm. oberhalb des mall, ext) 6,i Meter, bis zur Hälfte 7, 5 Met. — 
Darauf wickelte ich die Hand (inch die Finger) und den Arm desselben Individuums 
ein und verbrauchte von der Binde: bis 6 ctm. oberhalb des proc. styl. rad. 1, 45 Met., 
bis zur Gebend der Ellenbeuge (21 ctm. oberhalb des proc. styl, rad.) 2,40 Meter, bis 
zur Mitte des Oberarms (38 ctm. oberhalb des proc. styl. rad. 3,20 und bis zur Achsel 
höhle 3, 8 o Meter. — Es geht hieraus hervor, dass 7,5 bis 8 Meter einer solchen 
Gummibinde genügen, um auch das längste und musculöseste Bein einzuwickeln. Da 
es aber sehr unbequem ist, eine Binde von solcher Länge zu handhaben und in vielen 
1 allen auch eine weit kürzere ausreicht, z. B. für Operationen an der Hand, dem 
Vorderarme oder Fusse, so empfehle ich, statt einer Binde von 8 Metern zwei von 
3,5 und 4,5 Metern zu benutzen. — Will man jedoch das Blut aus der Hand und 
dem Fusse eines Kindes hinaustreiben, so gelingt dies mit der beschriebenen Binde 
sehr unvollkommen, weil sie zu breit ist und sich schlecht anlegt. Es ist daher vor- 
theilhaft, für solche Fälle eine schmälere von etwa 2,5 bis 3 ctm. Breite vorräthig 
zu halten. 
Hat man die Binde in der oben beschriebenen Weise bis zu einer bestimmten 
Stelle der Extremität angelegt, so lässt man dieselbe festhalten, fasst jetzt den Gummi 
schlauch mit beiden Händen an, dehnt ihn stark und wickelt ihn unmittelbar ober 
halb der Binde in 3 bis 4 sich ziemlich deckenden Touren um den Arm oder das 
Bein. Zur Befestigung der Enden des Schlauches genügt es, einen einfachen Knoten 
zu schlingen. Besser thut man, dieselben mit einem besonderen Verschluss versehen 
zu lassen. Zu dem Zwecke werden zwei Stöpsel aus Holz verfertigt, die genau in 
das Rohr des Schlauches hineinpassen und ausserdem noch durch einen fest umge 
schnürten Bindfaden befestigt werden. Der eine derselben trägt einen Haken, der 
andere eine acht- bis zwölfgliedrige Kette, die aber beide nicht stark zu sein brauchen, 
da sie wenig zu halten haben. Die Stöpsel dürfen nicht zu lang sein, etwa nur 
1 2 ctm., und ebenso keine runde, sondern eine abgeplattete Form haben, weil sie 
sich sonst nach Schliessung des Schlauches sehr schlecht an die runde Extremität 
anlegen. 
Bei der Wahl des Gummischlauches sei man vorsichtig. Man hüte sich vor
	        

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