Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

9 
Compression nicht verändert hatte, wird der V erband abgenornmen, die Compression 
verlassen und die Unterbindung der art. femor. beschlossen. 
Am 29. Jan. wird die art. femor. unter und oberhalb des Aneurysma unter 
bunden. Das Aneurysma pulsirte weiter und man erkannte, dass nicht die art. femor. 
selbst, sondern die art. articularis genu super, verletzt war. Es wurde nun zuerst diese 
Arterie an der art. femor, und dann peripher vom Aneur. unterbunden, das Aneu 
rysma selbst gespalten, wobei man eine kleine spaltförmige Oefinung zwischen art. 
und vena articul. genu super, fand. Am Tage nach dieser Operation war der rechte 
Fuss etwas kälter als der linke und die Pulsation in der tibial. postic. verschwunden. 
Ersteres sowie Letzteres hob sich sehr bald. Am 1. März waren alle Ligaturen ge 
löst und am 3. April konnte P. vollkommen geheilt entlassen werden. 
Nr. 7. Varix aneurysmaticus der linken arteria brach., entstanden durch 
Stich. Heilung durch directe Compression mittelst eines festen Verbandes innerhalb 
6 Wochen. 
Dr. Drhs. aus Wesselburen verletzte sich am 11. Jan. 1872 mit einer Lanzette 
am linken Oberarm und eröffnete dabei die art. brach. Die dadureh entstandene 
heftige Blutung wurde durch Umlegung von Compressen und Binden gestillt. 3 Tage 
nach der Verwundung bemerkte P. ein pulsatorisehes Schwirren Ünter der Narbe. 
P. reiste sofort nach Kiel und als er sich auf der chirurgischen Klinik vor 
stellte, sah man 2 Finger breit über der Ellbogenbeuge, etwas nach innen von der 
Mittellinie, den fast geheilten Schnitt der Lanzette und in seiner Umgebung ausge 
dehnte blaurothe Sugillationen. 
Zu beiden Seiten der Wunde und besonders 3—4 Finger breit nach oben 
fühlt man pulsatorisehes Schwirren, welches bei Druck verschwindet, während die 
Pulsation bleibt, woraus man auf einen Varix aneurysmaticus schliesst. 
Es wird zuerst eine Chirotheca angelegt, sodann auf dem Aneurysma eine 
Bindenrolle befestigt und darüber ein Gypsverband angelegt, welcher den Vorderarm 
hn rechten Winkel fixirt. 
Den 1. März wird der Verband abgenommen. Die Wunde ist vollkommen 
verheilt, die art. brach, pulsirt unterhalb der Narbe fast ebenso stark wie weiter 
oben. Das pulsatorische Schwirren ist verschwunden. An der inneren Seite der Ar 
terie fühlt man einen harten, festen Strang in der Ausdehnung der Pelotte, der nur 
die mit Gerinnseln gefüllte Vene sein kann. Bewegung im Handgelenk wenig behin 
dert. Aus Vorsicht wird noch ein neuer Verband aus Flanellbinden angelegt und 
4 Wochen liegen gelassen. Nachdem dieser entfernt ist, bekommt der Arm bald 
wieder seine frühere Kraft und Beweglichkeit. 
Nr. 8. Aneurysma der rechten art. femor., durch Flexion des Hüftgelenkes 
bi 10 Stunden geheilt. 
I 
2
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.