Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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12 7i2. 64. Die Schmerzen haben nur wenig sich gebessert, obgleich P. schon 
seit 60 Tagen auf Eis liegt. Nach Anwendung des Glüheisens rasche Besserung. 
Am 31, /i. 65 auf Wunsch der Gemeinde nicht vollständig geheilt entlassen. 
6 F'älle von Spondylitis lum b o d or s al i s. 
18. Johann Sch., 19 J., fiel vor 1 Jahr vom Boden und zwar mit dem 
Rücken auf eine Tonne, so dass er nur mit Mühe und Schmerzen sich wieder aul 
richten konnte. Diese Schmerzen sind jetzt noch vorhanden und machen dem P. das 
Gehen fast unmöglich. Ebenso vermag P. nicht zu sitzen, wenn er sich nicht mit den 
Händen auf die Kniee stützt. Der 11. und 12. Brustwirbel und der 1. Lenden 
wirbel prominiren weit nach hinten und sind druckempfindlich. P. liegt über 300 Tage 
zu Bett auf Eis und wird mehrmals mit dem ferrum candens gebrannt. Am 15 */io- 66 
geheilt entlassen, 
19. Johannes PI., 16 J. alt, wurde seit 3 Jahren beim längeren Gehen und 
beim Tragen schwerer Lasten von heftigen Schmerzen heimgesucht, die vom Rücken 
bis zum Sternum ausstrahlten und vom Arzte für Pleuritis gehalten und als solche 
behandelt wurden. Im Verlauf des letzten Jahres bildeten sich in der linken Schenkel 
beuge 2 Abscesse, von denen der eine unter, der andere über dem lig. Poupartii 
sitzt. Der 11. 12. Brust- und 1. Lendenwirbel sind stark vorgetreten und druck 
empfindlich. Nach 30 Tagen schon sind beide Abscesse bis auf ein Minimum ver 
schwunden, auf Wunsch wird P. entlassen, mit der Weisung, Eis fortzugebrauchen. 
20. Heinrich B., 14 J. alt, fühlte seit Ostern 66 die Kraft seiner Beine 
täglich mehr schwinden, so dass er seit Juni ganz das Bett hüten musste. In letzter 
Zeit hatte sich auf dem Rücken rechts neben den oberen Lendenwirbeln eine weiche 
Geschwulst entwickelt, die bei Gebrauch von Pflastern und Salben zum Aufbruch 
kam, reichlich Eiter entleerte, sich aber bald wieder schloss. Bei seiner Aufnahme 
am 7 -/7- 66 zeigen sich die unteren Brust- und oberen Lendenwirbel stark vorge 
buchtet und druckempfindlich, rechts davon befindet sich eine pralle Geschwulst. Die 
Beine sind gelähmt; P. vermag nur mit Mühe aufrecht zu sitzen. Ausser Ruhe und 
Eis kommt in diesem Falle noch Electricität zur Anwendung. Nach 120 Tagen, 
nachdem P. noch einen Hydrops genu durchgemacht hatte, kann P. mit einem Stocke 
ohne Anstrengung gehen und wird auf Wunsch entlassen. 
21. Margarethe Sch., 17 J., die vor 2 Jahren an Chlorose gelitten hatte, 
wurde bei dem Versuche, einen schweren Topf zu heben, von heftigen Schmerzen 
im Rücken befallen, die sich nur allmälig wieder verloren. Im September 65, nach 
anhaltendem Tanzen kehrte der Schmerz wieder und erstreckte sich nun auch auf die 
Innenfläche der Oberschenkel. An der Wirbelsäule zeigte sich eine vorspringende 
Stelle. 13 Wochen wurde sie jetzt von einem Arzte mit Ruhe und localer Wärme 
entziehung behandelt, wobei sie sich verhältnissmässig wohl befand. Ein anderer Arzt
	        

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