Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1873 (Band XX.)

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Schlaf sehr gut. Ebenso Appetit, Verdauung etc. 
Patient nimmt innerlich Sol. argent, nitric. 0,5: 150,0 ßstdlch. 
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26. Jan. Die Besserung macht gute Fortschritte. Patient vermag mit der 
rechten Hand den Löffel zu führen; doch ist er noch nicht im Stande, sie auf den 
Kopf zu legen. Auch passiv ist diese Bewegung wegen heftigen Schmerzes, der 
sich dabei in Nacken und Schulter rechts einstellt, unmöglich. Die Beine werden 
ergiebiger und schmerzloser bewegt. Nach solchen Bewegungen tritt stets stärkeres 
Sangein auf. 
27. Jan. Die Schmerzen sind fast ganz geschwunden. Das von Zeit zu 
Zeit verspürte Sangein belästigt Patienten wenig. 
28. Jan. Patient erhält Abends wieder eine mässige Morphiuminjection statt 
Chloralhydrat. ' 
29. Jan. 
i. Febr. 
i Theel. 
5. Febr. Der Zustand hat sich erfreulich gebessert, besonders was die 
schmerzlose Beweglichkeit der Extremitäten betrifft. Patient klagt noch immer über 
ein taubes Gefühl in den Fingern. Bei Prüfung mit der Nadel giebt er überall am 
Körper genau an, wo die Nadel ihn berührt hat bei geschlossenen Augen. 
10. P'ebr. Patient wünscht nach seiner Heimath transportirt zu werden, 
wovon ihm einstweilen entschieden abgerathen wird. 
15. Febr. Die Besserung hat noch immer Fortschritte gemacht. Patient 
hat sich sehr erholt in den letzten Tagen. 
17. Febr. Patient wünscht dringend seine Entlassung und verlässt Nach 
mittags trotz Abrathens der Aerzte das Haus. Er wird auf einem Landwagen nach 
seiner Heimath transportirt. 
Verfasser dieses besuchte Patienten in seiner Heimath am 
i. April 1872. Der dreistündige Transport auf dem Wagen scheint dem 
Patienten keinen Schaden gebracht zu haben. Sein Zustand hat sich bis jetzt noch 
fortwährend, wenn auch langsamer, gebessert. P. ist stets zu Bett geblieben. Das 
Sangein spürt er nie mehr. Die Klagen über schlechtes Gefühl in der rechten 
Hand dauern fort. Beim Prüfen mit der Nadel gibt P. überall gleich gut an. Was 
die Motilität betrifft, so ist diese auf der linken Körperhälfte entschieden eine bes 
sere. Der linke Arm wird mit Leichtigkeit nach allen Richtungen bewegt und die 
linke Hand übt einen kräftigen Druck aus. Die rechte dagegen drückt weniger 
stark und kann activ nur bis zum Munde gebracht werden. Bei passivem Versuch 
sie auf den Kopf des P. zu legen zeigt sich auf halbem Wege eine unüberwindliche 
Steifigkeit und heftiger Schmerz in Nacken und Schulter. Letztere ist nirgends druck 
empfindlich, das Schultergelenk frei von Schmerz bei den aktiv möglichen Bewe 
gungen. Die Beine werden schmerzlos und kräftig nach allen Richtungen bewegt; bei 
passiver Bewegung ist indess auch hier links eine freiere Beweglichkeit zu consta- 
tiren. Das Mass ergibt ein geringes Ueberwiegen in dem Muskelumfange vor den
	        

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